Tenere 700 - Tieferlegung

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  • Wer hat Erfahrung mit Tieferlegung durch Änderung der Anlenkung des Federbeins?


    Hintergrund meiner Frage ist der beabsichtigte Erwerb der Tenere 700, die mit ihrer Sitzhöhe von 87,5 cm für mich (Innenbeinlänge 78,5 cm) grenzwertig sein dürfte.


    Die von Yamaha angebotene „Tieferlegung“ durch Änderung der Federbein-Anlenkung bringt 18 mm, womit die Sitzhöhe „nur“ noch 85,7 cm beträgt. Das könnte für mich ausreichend sein (meine alte XRV 750 hatte 86 cm Sitzhöhe, war deutlich schwerer als die Tenere, und ich vermute einfach 'mal, daß die Schrittbogenlänge der Tenere auch nicht so viel anders ist als bei der AT); auf die niedrigere Stzbank würde ich schon zugunsten eines entspannteren Kniewinkels gerne verzichten. Die etwas geringere Bodenfreiheit dürfte für meinen Anwendungsbereich (kein echtes Gelände) nicht von Bedeutung sein.


    Da sich durch die Änderung der Umlenkung – auch wenn 18 mm nicht viel scheint – die Fahrzeuggeometrie objektiv ändert, frage ich mich, ob man den dadurch evtl. entstehenden fahrdynamischen Nachteilen durch minimales Durchschieben der Gabelholme ausreichend entgegenwirken kann?


    Gruß Norbert

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  • man kann die Geometrie dadurch komplett korrigieren, aber natürlich nur zum Preis einer verringerten Bodenfreiheit, inkl. der damit zusammenhängenden Schräglagenfreiheit.


    Die 07 ist dafür recht empfindlich, da die Schräglagenfreiheit ja ohnehin schon nicht so besonders ist. Bei der Tenere sollte das aber erstmal kein Problem darstellen. Evtl bei Montage eines Hauptständers, aber wer weiß

  • , ob man den dadurch evtl. entstehenden fahrdynamischen Nachteilen durch minimales Durchschieben der Gabelholme ausreichend entgegenwirken kann?

    kann man! Danach musst du nur noch den Seitenständer absäbeln, oder es ist evtl. ein küzerer in dem Yamaha-Set dabei.

  • Hoi Du,



    Das eine Tieferlegung möglich wäre ist ja geklärt. Ich würde trotzdem bis im nächsten Jahr Deinen Probefahrtermin abwarten. Bislang hiess es auch von kürzeren Zeitgenossen, dass sich bzgl. Bodenkontakt recht wohl bei der neuen Tenere gefühlt hätten.


    Auch meine Frau, die immer gerne was mehr Bodenkontakt hat, war bei ihren 1,75 m sehr glücklich, bei den seinerzeitigen Sitzproben auf ner Messe. Die Sitzbank sowie Maschine ist recht schmal tailliert zum Tank hin.

  • Hoi Du,



    ... Ich würde trotzdem bis im nächsten Jahr Deinen Probefahrtermin abwarten. ...

    Hallo Hombacher,


    das steht außer Frage. Ich will aber die "saure" Zeit bis zu einer ersten möglichen Sitzprobe - wobei auch die Vorspannung des Federbeines auf geringsten Wert eingestellt werden wird - produktiv nutzen und für die Kaufentscheidung notwendige Fakten bzw. deren Umfeld abklären. Dinge wie Länge des Seiten-/Hauptständers o.ä. sind da sekundär. Es geht schließlich um das wahrscheinlich letzte Bike, das ich mir kaufen werde :daumen-hoch.


    Gruß Norbert

  • Die Federvorspannung herunter drehen ist keine adäquate Tieferlegung und ist nebenbei noch totaler Käse. Dann lieber echt tiefer legen.

    Hi Jonas,


    da ich auf dem Gebiet keinerlei Erfahrung habe: kannst Du mir das mit kurzen Worten erklären (... totaler Käse ...)?


    Ich ging bislang davon aus, daß bei einem Neufahrzeug die Vorspannung des Federbeins grundsätzlich auf "Null" ist, daß das aber bei einem Vorführer durchaus anders sein kann; daher meine Intention, das quasi auf "Werkseinstellung" zurückzusetzen.


    Gruß Norbert

  • die Federvorspannung ist dazu da, dass im belasteten Zustand (Fahrer + eventuelles Gepäck auf dem Motorrad) das richtige Verhältnis von "verbrauchtem" zu noch zur Verfügung stehendem Federweg einzustellen, ca. 1:2.

    Beides ist notwendig, um je nach Fahrbahnunebenheiten in beide Richtungen noch genug Federweg zur Verfügung zu haben, dass das Rad sowohl aus- als auch einfedern kann.

    Wenn du die Federvorspannung ganz runter drehst, sackt die Maschine zu weit durch. Der noch zur Verfügung stehende Federweg wird zu gering, bei starken Unebenheiten schlägt das Fahrwerk also durch.

    Andersrum verhält es sich, wenn man die Federvorspannung ganz hoch dreht, das Rad kann dann nicht mehr genug ausfedern, als Folge fällt dann das ganze Heck in Vertiefungen.


    In gewissen Grenzen kann man die Federvorspannung schon nutzen, um kleine Anpassungen zur Fahrzeughöhe vorzunehmen, aber "ganz runter drehen" ist definitiv nicht sinnvoll.

    Weiterhin verändert man mit einer veränderten Höhe des Hecks im Vergleich zur Front auch den Lenkkopfwinkel, was Auswirkungen auf das Fahrverhalten (Einlenkverhalten, Stabilität) hat. Je tiefer das Heck, desto behäbiger, je höher das Heck, desto einlenkwilliger und unruhiger die Maschine.

  • :thumbup:


    Also ist meine Annahme " ... daß bei einem Neufahrzeug die Vorspannung des Federbeins grundsätzlich auf "Null" ist, ... " nicht richtig!?

  • :thumbup:


    Also ist meine Annahme " ... daß bei einem Neufahrzeug die Vorspannung des Federbeins grundsätzlich auf "Null" ist, ... " nicht richtig!?

    ja


    bei Yamaha liegt sie ungefähr bei der Einstellung für vollausgewachsene, kampfbereite 60kg Schwergewichte

  • Besser als Reimo hatte ich es auch nicht sagen können.

    :thumbup:


    Also ist meine Annahme " ... daß bei einem Neufahrzeug die Vorspannung des Federbeins grundsätzlich auf "Null" ist, ... " nicht richtig!?

    Nein, ist nicht richtig. Alle Fahrzeuge aller Hersteller kommen mit einem Grundsetup das von Testfahrern erfahren wurde. Je nach Hersteller, Auslieferungsland bzw. Kontinent für einen Durschnittsbürger passend. Die Japaner haben meistens ein Setup bei dem die von Reimos beschriebenen Werte auf den Solobetrieb eines etwa 170cm großen und 70-80kg schweren Menschen eingestellt sind (ganz grob, und genaue Zahlen weiß wohl nur Yamaha). Jedenfalls eher die Tendenz klein und leicht.


    Das kann, je nach Fahrzeuggattung, verwendeter Komponenten etc. also variieren und so ist die Federvorspannung (sofern einstellbar) eher mittig angesiedelt das sowohl schwerere als auch leichtere Personen das Fahrwerk auf ihr Gewicht einstellen können. So die Theorie.

  • Ich hole den Thread 'mal wieder aus der Versenkung:

    Gestern habe ich die Tenere zum ersten mal probe-gesessen und - da ich nur mit den Fußspitzen auf den Boden gekommen bin - sofort an die Tieferlegung über die Federbein-Anlenkung gedacht. Frage: hat die schon jemand montiert und kann daher etwas über die Länge des Seitenständers mit montierter Tieferlegung sagen?

  • Alternativ könnte mal jemand die Tenere auf einer Unterlage mit 18 mm unter dem Seitenständer abstellen.


    Interessant wäre auch, ob in der Montageanleitung was steht, ob auch die Gabel durch geschoben wird.

  • Bevor ich an eine Tieferlegung mit all ihren Nachteilen inkl. Seitenständer kürzen denke, würde ich erstmal die niedrigere Sitzbank die 20mm bringt, probieren.


    Bei deiner Beinlänge dürfte sich der Kniewinkel nicht negativ bemerkbar machen.

    Weiterer Vorteil wäre evtl. sogar ein noch besserer Windschutz.

  • Alternativ könnte mal jemand die Tenere auf einer Unterlage mit 18 mm unter dem Seitenständer abstellen.


    Interessant wäre auch, ob in der Montageanleitung was steht, ob auch die Gabel durch geschoben wird.

    Bei meiner Frage ging ich davon aus, daß natürlich nicht nur das Heck um 18mm abgesenkt, sondern auch die Gabel noch "etwas" durchgesteckt wird. Dein Vorschlag, alternativ etwas 18mm dickes (Spanplatte) unter den Seitenständer zu legen, gefällt mir.


    @ Olli: Ein offener Kniewinkel ist mir sehr wichtig. Ich habe auf meiner jetzigen GS den Sitz deswegen auch in der oberen Stellung (und trotzdem ist der Kniewinkel schlechter als auf meiner früheren AT). Leider konnte ich beim Probesitzen (Motorrad war schon verkauft) nicht groß herumprobieren und den Kniewinkel nicht ausprobieren.

    Einmal editiert, zuletzt von norei ()

  • Solltest du eine Umlenkenung brauchen: ich hab eine zum Schnapperpreis, da ich sie nicht brauche.

  • Ich hab die Rally Sitzbank drauf und komme so eben mit den Fußspitzen auf den Boden. Und selbst wenn ich gar nicht auf den Boden kommen würde, ich würde sie drauf lassen.


    Mit der side-slipping Methode [Arsch zur Seite] + [Bein runter] hat man einen sehr guten Stand. Das mache ich abwechselnd nach links oder rechts je nach Straßenneigung. Klappt prima ... und sorgt für mehr Beweglichkeit in der Hüfte.


    Ansonsten gilt: Einfach nicht umfallen!

    Bitte melde dich an, um diesen Anhang zu sehen.

    MT-07 + Ténéré 700 + Street Triple 765 RS

  • Bei meiner Frage ging ich davon aus, daß natürlich nicht nur das Heck um 18mm abgesenkt, sondern auch die Gabel noch "etwas" durchgesteckt wird. Dein Vorschlag, alternativ etwas 18mm dickes (Spanplatte) unter den Seitenständer zu legen, gefällt mir.


    @ Olli: Ein offener Kniewinkel ist mir sehr wichtig. Ich habe auf meiner jetzigen GS den Sitz deswegen auch in der oberen Stellung (und trotzdem ist der Kniewinkel schlechter als auf meiner früheren AT). Leider konnte ich beim Probesitzen (Motorrad war schon verkauft) nicht groß herumprobieren und den Kniewinkel nicht ausprobieren.

    Je nach dem wo du wohnst, kann ich dir mal meine zum Probesitzen anbieten. Jeweils mit normaler oder. tiefen Sitzbank.