Erste Aktion hier: Drosselklappen synchronisieren

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  • Hallo, ich stelle mich erstmal kurz vor:
    Ich fahre seit Februar eine gedrosselte MT 07 Matt Grey Baujahr 2014. Optisch ist ein bisschen was gemacht, Windschild, anderer Lenker und kurzer Kennzeichenhalter sowie eine MIVV Auspuffanlage. Ich warte meine Motorräder schon immer selber, Service ist mir nach der Garantie zu teuer und ein Bike mit Garantie hatte ich noch nicht..


    So, nun zum eigentlichen Thema, dem Synchronisieren der Drosselklappen. Das muss laut Werkstatthandbuch bei jedem planmäßigen Kundendienst gemacht werden und es ergibt auch durchaus Sinn dies einzuhalten, denn wenn sich die Drosselklappen nicht gleichzeitig bewegen ist die Brennraumfüllung auch ungleichmäßig und somit verliert man Leistung und der Motor läuft generell schlechter.


    Im Folgenden soll das Vorgehen gezeigt werden, falls hier jemand ist, der seine Maschine auch selber warten will:



    ##Leider kann ich die Bilder nicht direkt einbinden..



    Das Prinzip:


    Jede Seite der Einspritzanlage hat eine Drosselklappe und je weiter diese jeweils geöffnet ist, desto größer ist der erzeugte Unterdruck, der durch die Kolbenbewegung erzeugt wird und es wird auch mehr Luft umgesetzt. Wenn die beiden Drosselklappen unterschiedlich weit geöffnet sind, werden also folglich auch der Brennräume unterschiedlich befüllt, was nicht optimal ist. Wenn wir nun eine Schlauchwaage an beiden Unterdruckanschlüssen der Einspritzung anschließen, können wir mittels der Einstellschraube auf der RECHTEN Seite die rechte Drosselklappenöffnung einstellen. Als Messgerät dient hierfür die Schlauchwaage.


    1) Was wird benötigt? -ist alles im Baumarkt zu bekommen
    ca. 7m Schlauch, Innendurchmesser 4mm, transparent
    2 Y-Stücke für den 4mm Schlauch
    einen Winkel Schlitz Schraubenzieher


    TEILE


    2) Vorbereitung


    Die Mitte des 6m Schlauches markieren und diesen Tiefpunkt in U-Form auf einem ca. 1m langem Brett befestigen und den Schlauch mit Öl befüllen. Kein Wasser benutzen, das ist nicht träge genug. Sollte kein Brett vorhanden sein, kann man das ganze auch an die Decke hängen.
    Das Öl auf beiden Seiten des U's gleich hoch. (jeweils ca. 50cm) Der Rest des Schlauches kann auch wieder nach unten hängen (SIEHE BILD UNTEN).


    Nun zum Motorrad:



    Rechts und Links sind an beiden Gehäusen der Einspritzanlage Unterdruckanschlüsse. Den Schlauch verfolgen und wie auf den Bildern Verbinden. Dazu die Y-Verbinder benutzen und möglichst kurze Schlauchstücke vom 7m Schlauch verwenden.
    Ist ein wenig fummelig, geht aber ganz gut. Ganz wichtig ist, dass die Schläuche knickfrei sind.



    Rechts
    Links


    3) Durchführung:
    Motorrad warmfahren.


    Die beiden Enden des U's mit den freien Anschlüssen an den Y-Stücken verbinden und das Motorrad starten.
    Jetzt wird Unterdruck erzeugt, und wenn die Drosselklappen unterschiedlich weit geöffnet sind wird eine Ölsäule steigen und die andere fallen. Sollten starke Differenzen vorliegen, so muss verhindert werden, dass das Öl in den Motor gezogen wird indem man einen Schlauch knickt. Falls doch Öl in den Motor gelangt, so ist das auch nicht weiter tragisch -muss aber nicht sein.
    Aber keine Sorge, das Öl reagiert sehr träge und der Schlauch ist ja auch sehr lang. Außerdem wird die Differenz nicht so groß sein.


    Anschließen+Vorbereitung


    Zum Einstellen:


    Die Schraube zum Einstellen ist schwer erreichbar ohne den Tank anzuheben, es geht aber mittels dem Werkzeug von oben. Sie befindet sich auf dem Gehäuse der Einspritzanlage auf jeder Seite.


    ZUM SYNCHRONISIEREN WIRD NUR DIE SCHRAUBE AUF DER RECHTEN SEITE BEWEGT. NICHT DIE LINKE ANFASSEN!


    Es sind nur minimale Drehungen an der Schraube erforderlich, eine viertel Drehung ist meistens schon zu viel.


    Das Einstellen


    Beim Drehen der Schraube wird sich die Ölsäule langsam, leicht zeitverzögert verschieben. Das Ziel ist es, dass die Säulen annähernd auf gleicher Höhe sind. Diese werden auch leicht zittern, das ist normal.
    Das ganze passiert im Standgas bei warmem Motor. Es sollte aber auch ab und an mal Gas gegeben werden. Daraufhin steigen die Säulen an und fallen beim Gaswegnehmen wieder. Wenn sich die dabei Säulen stark unterschiedlich bewegen, so sind die Drosselklappen nicht synchron, wahrscheinlich wurde in die falsche Richtung gedreht. Es ist Geduld gefragt, vor allem auch weil der Motor warm ist und einem der Lüfter irgendwann die heiße Luft entgegen bläst. Man sollte den Motor auch nicht zu lange im Stand laufen lassen, notfalls eine 15 minütige Pause einlegen, wenn man nach 10 Minuten noch nicht fertig ist.


    Wenn die Klappen synchronisiert sind, nochmal die Schläuche auf Knickfreiheit überprüfen und, sollte dies der Fall sein, alles wieder zurückbauen.


    Bei mir waren die Drosselklappen deutlich verstellt und ich sie läuft seitdem auch besser.. Außerdem hatte ich seitdem auch nicht mehr dieses "Ausgehen im Stand".




    Vielleicht hilft das ja jemandem..

  • :daumen-hoch:daumen-hoch


    Danke, ich wollte schon immer mal wissen wie das geht :)


    Musste bis jetzt nur Vergaser syncronisieren. Das ist auch eher Feinarbeit.

  • Also ich hab für sowas meine Synchronisationsuhren, da sehe ich gleich ob sie synchronisiert laufen oder nachstellbedarf besteht...

  • Hallo,


    Ich habe mir das heute bei meinem 2018 Modell angeschaut. aber irgendwie schaut das anders aus mit den Schläuchen.

    Hat das schon jemand gemacht und hätte Fotos davon?


    Danke

  • Hallo,

    Ich habe mir heute das WHB für die 2018 besorgt und habe nun rausgefunden, dass das T-stück zwischen Sensor und Schlauch gehört auf der linken Seite.

    Auf der rechten Seite bin ich mir nicht sicher. Kann das sein, dass dort einfach ein Gummistopfen drauf ist??

    Anbei das Bild vom WHB wobei mir das nicht klar ist.

    Kann das jemand bestätigen mit dem Gummistopfen?

    Danke

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  • Links ist das beim alten Modell auch so, das sollte sich soweit mir bekannt nichts geändert haben. Oben am Sensor ist der Schlauch nur auf eine Plastiknase geschoben, da empfiehlt sich etwas Vorsicht beim Abziehen.


    Rechts wird bei den ersten Modelljahren über den Unterdruck des rechten Throttle Bodies ja nur so eine mechanische Klappe am Luftfilterkasten bewegt, dies fällt bei den neuen Modellen weg. Also auch das ganze dazugehörige Schlauch- und Ventilkonstrukt.


    Wenn da nun nur noch ein Stopfen auf den senkrechten Anschlussstutzen ist, sollte man da ran können. Wo auch sonst? Im Zweifelsfall mal am echten Motorrad gucken ;)

    Wenns vorne rasselt und hinten stinkt isse in Ordnung...

  • Hallo,

    Habe heute die Vergaser syncronisiert und habe festgestellt, dass diese ziemlich arg verstellt waren siehe Bilder.

    Komisch bei gerade mal 5000 km.

    Ich habe im WHB gelesen, dass diese nur 0,013 bar abweichen dürfen.

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    Aber nun habe ich diese ziemlich genau ausgeglichen.

    Es war fast eine ganze Umdrehung der Stellschraube.

  • Wer bei einer MT den Vergaser synchronisiert sollte dringend seine Werkstatt konsultieren ;)

  • Hattest du die Uhren zu Anfang aufeinander abgeglichen?
    Nach einer Saison lag bei mir auch wieder eine Differenz von ca. 0,01 bar an. Wenn der Motor sonst sauber läuft kannst du ja abwarten wie es nächstes Jahr aussieht. Gab es denn einen Grund für die Maßnahme, oder einfach nur so?

    Wenns vorne rasselt und hinten stinkt isse in Ordnung...

  • Ja ich habe sie auf einem Anschluss gesteckt und abgeglichen.

    Ich hatte das Gefühl, dass sie im Teillastbereich zu wenig anzieht.

    Bei dem sch... Wetter konnte ich leider noch keine Testfahrt machen.

    Bin aber schon gespannt ob ich etwas merke.

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