Mein Gruß und Dank geht raus an alle Kracher

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  • Kampagne "Silent Rider"


    Ich habe nichts gegen Kampagnen. Können gezielte Aktionen, mit definiertem Schwerpunkt und fokussiertem Einsatz im Ergebnis auch oft Gutes bewirken. Auch sehe ich mich durch solch eine oder artverwandte Kampagnen nicht direkt betroffen.


    Nett ist noch die Wortwahl, wenn der Bürgermeister von Simmerath sagt:

    Zitat

    „Die Eifel und alle anderen betroffenen Regionen begrüßen ausdrücklich alle, die mit ihren Motorrädern einen Ausflug in unsere Regionen machen“


    Auch schön, wenn sich eine Zahl von Verbänden mit einfindet derartige Kampagnen zu unterstützen. Aber so richtig kacki wird es, wenn es weiter heisst:

    Zitat

    Aufgestellt wurde auch ein Forderungskatalog, der unter anderem schärfere rechtliche Rahmenbedingungen für die Geräuschentwicklung von Motorrädern, eine Halterhaftung, höhere Strafen für Manipulationen an der Abgasanlage sowie eine zusätzliche Information darüber, wer der Fahrer des Motorrads ist – am Helm oder an der Front des Fahrzeugs.


    Das ficht mich dann schon an. Zusätzliche Info über den Fahrer, schärfere rechtliche Rahmenbedingungen, Halterhaftung, ich bedanke mich bei allen Krachern, die mit ihrem Handeln die Wortwahl in solchen Forderungskatalogen unterstützt haben. Soviel Einsatzkraft würde ich mir für wichtigere Themen wünschen.


    Aus meiner kleinen begrenzten Sicht der Dinge, wo mich die Route am letzten Sonntag tatsächlich mal aus Belgien irgendwo am Rursee (vermeide ich sonst sehr gerne an solchen Tagen) vorbei gen Heimat treiben liess. Oberhalb des Rursees das übliche Szenario, Kameramotorrad, Polizeimotorrad und ordentlicher Delinquent. Eigentlich schon wie bestellt, ein Depp, der sich dort filmen lässt.


    Kaum später, ich nuckelte an einem Getränk und wurde von einem belgischen Diavel Fahrer interviewt, da knatterte (Geräusch einer Erbesenzählmaschine) laut und penetrant mit ausgeräumtem Auspuff ein MT-07 Fahrer an uns vorbei und hoch in Richtung Rursee. Im Geiste ihm noch einen Einlauf mit Fußmarsch heimzus gewünscht. Was ein nervender Kracher, welche Egopolitur er sich denn da abzuholen wünscht mit so einem Röhrchen?


    Mit Unverständnis und Erkennungsmerkmalen zukünftig am Helm grüßt


    hombacher

  • Was die mit der Halterhaftung und Erkennung von vorne bewirken wollen verstehe ich zwar, der gewünschte Effekt wird aber nicht eintreten. Die stationären Blitzer kann man quasi nicht übersehen und die stehen auch nicht an den Problemstellen hinsichtlich Lärm. Die normalen mobilen stehen auch selten an den Stellen und sind auch offensichtlich. Man kann höchsten die nicht ortskundigen Leute erwischen. Meine persönliche Erfahrung ist aber, dass eher die Leute richtig Krach machen, die andauernd da sind und 20 Mal die 15km im Kreis fahren. (wird das nicht langweilig?)

    Videomotorräder brauchen keine Halterhaftung, Laserpistolen auch nicht. Das sind die besten Mittel um Motorradfahrer zu erwischen.

    Höhere Strafen für manipulierte Abgasanlagen finde ich in Ordnung. Man sollte da dann aber auch differenzieren zwischen vorsätzlichen Manipulationen, ab Werk zu lauten, aber zugelassenen Anlagen und einem Lauterwerden über Verschleiß.

    Wenn jemand ohne DB Killer fährt, ist das in meinen Augen Vorsatz und darf gerne recht drakonisch bestraft werden. Wenn jemand ne SC Project Anlage dran hat, finde ich es anmaßend, Vorsatz zu unterstellen dafür, dass das Ding eben quasi ab Werk zu laut ist. Ebenso, wenn man so eine Anlage 10tkm gefahren ist und die dann halt zu laut wird.

    Mich würde mal eine Messung bei meiner MT interessieren im Vergleich zu dem, was in den Papieren steht. Der Serienauspuff ist definitiv lauter geworden. Geändert habe ich nichts.


    Ansonsten halte ich es so wie du Bernd und meide die Nordeifel an Wochenenden eher. Einmal durch auf dem Weg zum Ring und dann aufm Rückweg, oder eben rüber nach Belgien :)

  • Am schlimmsten empfinde ich diese Klappengesteuerten original Brüll Anlagen z.B. von BMW, habe selber eine RnineT Scrambler gefahren, die war mir als Fahrer, gerade auf längeren Ausflügen, viel zu laut!! Die Klappe stand, außer in dem zur Homologation relevanten kleinem Bereich, praktisch immer auf Durchzug!! Bei mancher Zubehör Anlage frage ich mich auch wie die, die Homologation geschafft haben? Das die Anlagen mit der Zeit lauter werden ist halt lauf der Dinge, da muß man evtl. den Dämpfer mal zerlegen und neu wickeln. Natürlich spielt die rechte Hand da auch eine mit entscheidende Rolle, im Wohngebiet kann man auch im 5. oder 6.Gang durchrollen und die Anwohner können so ungestört im Garten das WE genießen, außer der Nachbar dröhnt gerade mit 96db über den Rasen ;)

  • Es geht weiter, nicht die Eifel allein, ein ganzes Bundesland sollst Du sein: https://www.motorradonline.de/…-wuerttemberg-initiative/


    Klasse finde ich die Vokabeln "vereinter Kraft", "weit verbreitetes Problem Motorradlärm", "Forderungskatalog".


    Zum Verständnis, hier wird mit der Pauschalhaubitze aufgerüstet bis kein Raum für Argumente bleibt. Es ist richtig, dass Serienanlagen und Zubehöranlagen deutlich über den entsprechend geltenden Vorgaben liegen.


    Dagegen scheint es kaum Aktion zu geben. Es gibt sicherlich Handlungsmöglichkeiten, aber die werden nicht umgesetzt. Siehe dazu "Chianti"- Zulassung für italienische Auspuffanlagen, oder die ganzen Klappengedönse der Neufahrzeuge. Uns hilft am Ende des Tages nicht, dass der eine lauter oder nicht lauter als der andere ist. Aber jeder einzelne kann dafür sorgen, dass sein Gefährt leise ist und dass er nicht unnötig laut durch die Gegend fährt.


    Hier wird derzeit massiv Meinung gemacht, dass Motorrad per se laut ist und dass das sowieso alles illegal ist. Dagegen kann man kaum laut angehen, sondern muss fein in der Masse leise sein. Ich wünsche mir, es gäbe eine Anschrift des KBA, wohin man seine zu laute Auspuffanlage zur Überprüfung und Entzug der Zulassung hinschicken kann.

  • Ich hätte gerne eine einfachere Möglichkeit meine Anlage messen zu lassen als immer 50 € beim Tüv dafür bezahlen zu müssen. Weil eben viele Anlagen lauter mit der Zeit werden. Reifenprofil kann ich einfach messe, Lautstärke von Anlagen leider nicht.

    Und ja, so eine Anschrift beim KBA wäre sicher der Weg in die richtige Richtung. Auf der anderen Seite wollen viele eine extra laute Anlage, weil es "geil" klingen muss. Wobei bei vielen "geil" = "laut" ist.


    Und was mich halt dermaßen stört, dass scheinbar viele "manipulierte Anlagen" und Zubehöranlagen in einen Topf werfen. Ich kenne jetzt grade nur einen persönlich, der seine Anlage manipuliert hat (Killer kürzer gemacht).

  • Den Part, dass sie die Hersteller dazu nötigen wollen leisere Maschinen zu bauen finde ich sogar in Ordnung. Wenn man da auch endlich mal die Fertiger von Zubehöranlagen mit einbezieht und vielleicht noch dazu packt, dass ein Hersteller garantieren muss, dass die Anlage auch nach 20tkm noch die Limits einhält, kann man viel erreichen.

    Nach wie vor albern finde ich Halterhaftung und Frontkennzeichen. Wie oft werden denn Motorradfahrer geblitzt? Und wie oft ist das nur der Fall, weil sie wissen, dass nichts dabei rum kommt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das irgendeinen Vorteil hat, da Motorradfahrer dann auch nicht häufiger geblitzt werden als Autofahrer.

    Denke viele meinen auch nur, dass die Motorradfahrer durch die Ortschaften brettern, weil die wenigsten die Geschwindigkeit von Motorrädern richtig einschätzen können und Lautstärke mit Geschwindigkeit assoziieren. Mir wurde mit meinem Originalauspuff schon böse hinterhergegrummelt bzw. gefuchtelt als ich mit ~60 in eine Ortschaft rein bin im 2./3. Gang. Kenne wenige Autos die langsamer fahren an den Stellen, das einzige war also Motorrad+unnötig hohe Drehzahl mit etwas mehr Geräusch, aber immer noch der originale Topf.

    Und Halterhaftung bringt auch nur etwas, wenn die Polizei das Kennzeichen sieht oder man geblitzt wird. Wenn es nur ein Anwohner ist, ist es immer noch Aussage gegen Aussage. Hatte einen Spiegel zu Spiegel Unfall mit Fahrerflucht. Habe der Polizei Kennzeichen, Automodell, Farbe und Beschreibung des Fahrers gegeben. Anzeige eingestellt...

    Heißt kurz gesagt, dass Frontkennzeichen und Halterhaftung eine komplett emotionale, nicht in Fakten begründbare, Geschichte sind. Damit machen sich diese Initiativen einfach nur lächerlich und ziehen auch noch den Groll der Motorradfahrer auf sich, die bei Einschränkung des Lärms und härterer Bestrafung von viel zu lauten Abgasanlagen komplett dabei wären.

  • Das ganze Gequatsche ueber Zubehoeranlagen und 2-3 db ist doch ueberfluessig.


    Die Leute ueber die sich aufgeregt wird sind bereits seit diversen Gesetzesaenderungen voll im illegalen Bereich. Wenn Dieter mit seiner ach so tollen Harley und 110db unterwegs ist, dann ist dem scheissegal ob das Limit 90 oder 88db. Deswegen ist auch der Ruf nach immer neuen Grenzwerten schwachsinnig, bestraft nur die vielen Fahrer, die probieren halbwegs legal unterwegs zu sein.


    Die Politik und Polizei sollte mal probieren die bereits gueltigen Gesetze besser anzuwenden. Evlt. mit haerteren Strafen wie Mopped entziehen wenn jemand im extrem illegalen Bereich unterwegs ist. Zudem sollte die Gesetzesluecke mit den Jekyll und Hyde Anlagen (die mit der Klappe drin) geschlossen werden. Vom Kollegen die BMW ist teilweise abartig, obwohl die Serie ist....

    Lieber schneller fahren, dann dauert's nich so lang....

  • Problem ist auch, dass einige Fahrer in Ortsnähe ihre Mopeds extrem aufheulen lassen/hochtourig fahren.

    Das stimmt nicht.

    Geht mal auf einen Berg, in dessen Tal eine Straße ist. Setzt euch mal in ein Boot und fahrt die Altmühl runter. Die Brüllaffen hört man x mal länger und von sehr viel weiter weg als die anderen. In unserer dicht besiedelten Welt gibt es nur noch Ortsnähe.


    Und die, die ihre DB-Eater extra raus rupfen, wenn sie zu uns in die Alpen kommen, sind die richtigen Kameraden. Erst den richtig g***en Sound (=Krach) genießen und die, die da immer sind, mit den sich aufregenden Anwohnern, neuen brutalen Tempolimits und drohenden Streckensperrungen stehen lassen. Danke dafür.

  • Im Donautal von Passau Richtung Linz gibt es einige Abschnitte dort wo für Motorräder 50 aber für Autos 100 km/h festgelegt sind. Find ich auch suboptimal gelöst, da es meist enge/verwinkelte Straßen mit wenig Überholmöglichkeiten sind und da hängt Dir dann jemand in seiner Dose ständig hinten dran. Dies wurde wegen Lärmbelästigung und erhöhter Unfallgefahr so geregelt, nun schiebt halt jeder seinen Supersportler in niedrigen Gängen die Talausfahrt hoch, macht’s mit dem Lärm auch nicht wirklich besser.

  • suboptimal gelöst.... auch dort kann man sich bei den Krawallmachern dafür bedanken. Nicht das 50 Schild ist die Ursache, das ist nur Wirkung. Ursache war dort der g***e Sound. :thumbdown:

  • Erst den richtig g***en Sound (=Krach) genießen und die, die da immer sind, mit den sich aufregenden Anwohnern, neuen brutalen Tempolimits und drohenden Streckensperrungen stehen lassen. Danke dafür.

    Aber die den Sound genossen haben haben keine Tempolimits gefordert... man sieht sich da im Leben immer zweimal.

    Und ja, ich weiss worauf die hinaus willst.

  • Ach das Problem ist doch relativ einfach:

    Deutschland ist teilweise einfach viel zu eng besiedelt, so auch bei mir in der Fränkischen Schweiz. Am Wochenende kommen Touristen und Städter aus der Region gleichermaßen in die selbe Gegend und die Folge ist ein Verkehrskollaps in einer Gegend, in der unter der Woche keine Sau ist. Am Wochenende herrscht deshalb dauerhafter Lärm in allen anliegenden Ortschaften und Tälern. Als Wanderer und Mountainbiker kenne ich die Gegend jetzt schon seit über 20 Jahren und der Motorradlärm schalt permanent aus dem Tal in die Hänge, in denen ich meinem Sport nachgehe. Dazu kommt der Umstand, dass es relativ wenige, wirklich interessante Motorradstrecken gibt und an diesen sammeln sich dann viele Fahrer. Entsprechend wurde alles schon mit Tempo 40-70 Schildern zugemauert, sodass man legal nicht mehr über 10-20° Schräglage hinaus kommt. Kurzum: Wer Schräglage genießen will, fährt illegal - und wer sich am Wochenende dennoch auf einer dieser Strecken aufhält verschärft das Problem noch mehr.


    Für mich hat das alles nichts mit den geforderten, neuen Gesetzen zu tun, es ist einfach ein Ausdruck der Hilflosigkeit der Anwohner, bei welchen sich mit der Zeit einfach eine Menge Hass aufgestaut hat, weil niemand etwas unternimmt. Mit den aktuell gegebenen Gesetzen wäre es durchaus möglich, die schwarzen Schafe rauszuziehen und deren Motorräder still zu legen. Aber es gibt auch einfach einen derben Mangel an Polizisten. Was sollen schon 5-6 Leute auf einem Gebiet wie der Fränkischen ausrichten. An einer Stelle kontrolliert, an allen anderen kann man entsprechend davon ausgehen, dass hier niemand steht. Gegen zu viel Nachfrage (=zu viele Motorradfahrer) auf zu engem Raum helfen letztendlich nur Fahrverbote, so wie am Würgauer Berg. Hier ist die Strecke auf Tempo50, teilweise an den geraden Strecken auf 70 beschränkt. Am Wochenende sowie an Feiertagen ist die Strecke für Motorradfahrer komplett gesperrt. Zudem wurde der komplette Streckenverlauf massiv entschärft und es gibt eigentlich keinen Grund mehr, dort zu fahren, außer 3-4 schöne Kurven.


    Im Thüringer Wald nehme ich das Problem nicht annähernd so war. Es gibt wenige Tempolimits, selbst an gefährlichen Stellen, an welchen z.b. ein Gasthaus in einem schattigen Tal direkt neben der Straße liegt - oder an Stellen, an denen viele Wanderer die Straße kreuzen. Es liegt an jedem Motorradfahrer selbst, hier rücksichtsvoll und langsam zu fahren. Einfach mal abbremsen und ein paar Wanderer über die Straße winken oder mit maximal Tempo 30 vorbeifahren. Das schafft Respekt und Dank - das können wir in der Zukunft gut brauchen, wenn wir weitere Fahrverbote und andere gesetzliche Gängelungen wie Frontkennzeichen (*würg*) vermeiden wollen.

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    ...irgendwo da scheint die Lösung zu liegen. Da wo ich anfange des anderen Freiheit einzuschränken, da hat auch meine aufgehört.



    Hier in dem Thema geht es um den blinden Aktionismus. Sachen machen, die nach "was machen" aussehen und irgendwo dran rumregulieren, was schon längst geregelt ist. Ist ja hier auch schon wunderbar erkannt worden. Am Ende kann dann, wenn gut gemacht ist, automatisch Geld eingezogen werden, siehe Frankreich, England oder auch hier die Versuche Lärm automatisch zu messen und den Lärmer besser Lärmerhalter (weil einfacher) zu belangen.


    Die einen, das sind die betroffenen Lärmopfer, sehen den Segen im Aktionismus, scheinen sie doch so arg verstanden. Der Aktivist sieht seine Interessen, weil er sich im Glanze seiner Taten (jetzt oder später) sonnt. Die zukünftigen Zahlenden sind vorab kriminalisiert worden, Kradfahrer per se laut, Kennzeichen vorne, basta.


    Ich weiss es nicht, und kann auch nicht vorhersagen, wie lange das Zeitalter der Egoisten und Egomanen noch gehen wird. Jeder darf aktuell so ganz sich verwirklichen und betreibt dies mit rücksichtsloser Vehemenz. Tagsüber als Kracher durch den Naturpark tosen, abends daheim die Lieben schlagen und sich dann übern Gartenzaun mit dem einen Nachbarn über den Dritten ärgern, der um die Uhrzeit noch grillt.


    Frage für mich bleibt, war das schon immer so?

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