Tenere 700 – Ein Resümee nach erstem Urlaub

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  • 4 Wochen Urlaub, 7.684 km absolviert.


    Ich habe mich erst eine Woche vor dem Urlaub entschieden nicht mit Tiger zu verreisen. Begonnen hat der Urlaub eigentlich schon mit einer Panne. Am Tag vor der Abreise wurde bei einem km-Stand von ca. 8.000 der Dunlop Meridian bei meinem Reifenhändler in Pötsching (Bgld.) aufgezogen. Nachdem ich die 70 km nach Hause absolviert hatte, parkte ich die T700 in der Garage und begann mit der Beladung. Als ich gegen 23.00 Uhr noch den Rest des Gepäcks in die Garage brachte, stellte ich fest, dass der Hinterreifen einen Platten hatte (der 4. kaputte Schlauch in 2 Jahren). Da auf der AT noch neuwertige Reifen aufgezogen waren, wurde diese für die Reise vorbereitet. Um Mitternacht eine SMS an Edith, die Frau und mittlerweile Geschäftsführerin vom Reifen Prünner, dass mich wieder einmal das Pech mit dem Schlauch verfolgt hat. Um 05.00 Uhr ein Anruf, dass sie Walter zu mir schickt. Um 07.20 traf Walter mit dem Hänger bei mir ein, und wir transportierten die Tenere nach Pötsching, um den Schlauch zu wechseln. Um 09.30 Uhr war alles erledigt, und ich konnte meine Urlaubsreise beginnen. Der Schlauch war im Bereich der Schweißstelle beim Ventil eingerissen. Wieder mal ein Materialfehler. Hier mal ein herzliches Dankeschön an meinen Freund Walter, für mich entstanden keinerlei Kosten. Einige km mehr (direkter) auf der Autobahn in Richtung Kärnten, und bei einer Tankstelle in Köflach traf ich, wie vorher abgesprochen meine Freunde, mit denen ich die erste Woche des Urlaubs verbrachte.


    Am Montag, den 07.09. wurde in Lienz bei „Geri’s Motoshop“ das 10.000er Service durchgeführt. Inklusive Montage der von mir mitgebrachten Stahlflex Bremsleitungen für vorne betrug die Rechnung nicht ganz 500 €. Hier auch ein kleines Dankeschön für die relativ kurzfristige Terminvereinbarung (1 Woche davor). Übrigens der einzige echte (da ganztägig) Regentag während meines Urlaubs, an dem ich ohnehin keine Tour geplant hatte.


    Fahrwerk: die hintere Feder ist nicht für einen 90 kg Fahrer (inkl. Ausrüstung) und Gepäck von ca. 40 kg geeignet.

    (Details siehe: Ténéré 700 - Fahrwerktuning)


    Windschutz: kurz vor dem Urlaub wurde eine Aufsatzscheibe um 20 € (über Aliexpress bestellt) montiert. Obwohl ich mit der Originalscheibe relativ zufrieden bin, brachte die Aufsatzscheibe doch einige Vorteile für mich.

    (Details siehe: Windschild-Alternativen für die Ténéré)


    Reifen: der Dunlop Meridian ist ein Top Reifen für vorwiegend Asphaltfahrer und eine absolute Kaufempfehlung.

    (Details siehe: Reifenerfahrungen auf der Ténéré 700)


    Sitzbank: hier sei nur kurz erwähnt, dass wir alle unterschiedliche „Ärsche“ haben und letztlich der Sitzknochenabstand für das Wohlbefinden - oder auch nicht, entscheidend ist. Für mich passt es bei der T700 ausgezeichnet und ich habe kaum Probleme auch längere Streckenabschnitte am Stück zu absolvieren.


    Der Motor der Tiger 800 ist zwar mMn an Laufkultur unerreichbar, aber der CP kommt nahe ran. Er verfügt, zumindest für Solisten, über ausreichend Leistung, um genussvoll oder auch etwas sportlicher in schöner Landschaft herum zu kurven. Auch bergauf nimmt er willig Gas an. Mein Durchschnittsverbrauch lag im Bereich von 4,2 l.


    Auspuff HP-Corse: Zugegeben, er ist etwas lauter als der Originaltopf, aber er gefällt mir ausgesprochen gut und der Sound ist fantastisch.

    (Details siehe: Lieferzeit bezüglich Hp Corse SPS Yamaha Tenerè 700 Artikel-Nr.: YASPSS7001T-AB)


    Zwei Empfehlungen für Bekleidung möchte ich auch weitergeben. Kurz vor dem Urlaub wurden mir die folgenden Bekleidungsteile geliefert:

    Stiefel Revit Expedition H2O

    (Details siehe: Darf ein Motorradstiefel 600 € kosten? - Revit Expedition H2O)


    AS Linesman Jacke

    (Details siehe: Es muss nicht immer eine schwere, wasserdichte Motorradjacke sein - AS Linesman Jacke)


    Quartierbuchungen: Korsika war ursprünglich schon ab 08. April geplant. Autozug, Fähre und alle Quartiere waren zeitgerecht bereits gebucht. Da ich sämtliche Hotelbuchungen bereits Mitte Jänner via Booking.com vorgenommen habe, war die Auswahl entsprechend groß und ich fand 3 günstige, gut bewertete Quartiere in Bastia, Ajaccio und Porto Vecchio. Da ich aufgrund COVID-19 sämtliche Quartiere immer erst kurz vor der Anreise (2-3 Tage) reservierte, war die Auswahl sehr eingeschränkt und kaum günstige Quartiere verfügbar. Somit musste ich für die Quartiere deutlich mehr bezahlen, als ich im April bezahlt hätte. Diese Erfahrung bestätigt meine übliche Vorgehensweise, bereits in der Winterzeit alle Buchungen zu tätigen, weil ich damit am günstigsten aussteige, und bei Booking.com beinahe immer noch kurzfristig kostenfrei stornieren kann, was sich ja heuer gezeigt hat. Somit werde ich Anfang 2021 die Quartierbuchung meiner heuer (Mitte Mai bis Mitte Juni) ins Wasser gefallenen Reise nach Nordengland (inkl. Isle of Man) vornehmen. Hoffentlich funkt mir nicht wieder dieser lästige Virus dazwischen.


    Am vorletzten Tag ereilte mich dann wieder mein Schicksal mit dem Schlauch. 30 km vor dem Etappenziel hatte ich bei der Autobahnmautstelle Vicenza Nord nach fast 7.000 absolvierten km wieder einen Platten Hinterreifen. Hier zeigte sich wieder einmal, wie wichtig es ist, einen Schutzbrief (beim ÖAMTC) zu haben. Abgesehen davon, dass ich letztlich doch 2 Stunden auf den ACI warten musste, der meine T700 zu einer Werkstatt brachte, wo der Schlauch aufgrund der fortgeschrittenen Zeit erst am nächsten Morgen getauscht wurde, verlief alles problemlos. Ich musste mir ein neues Quartier in Vicenza suchen (Bassano konnte ich nicht mehr kostenfrei stornieren) und Taxifahrten durchführen. Diese Kosten sind durch den Schutzbrief abgedeckt. Die Kosten für den Tausch des Schlauches in der Höhe von 50 € muss ich selbst berappen. Wieder einmal ein Materialfehler, die Seitenwand war über einen Bereich von ca. 2 cm aufgeraut und über ein kleines Loch entwich die Luft. Mein letztes Etappenziel vor der Ankunft zu Hause habe ich trotz verspäteter Abfahrt in Vicenza und längerer Distanz um 18.45 Uhr erreicht. Bei Kaiserwetter durfte ich wieder einmal die Strecke über den Monte Grappa fahren. Landschaftlich wirklich beeindruckend, vor allem die Aussichten in die Ebene.


    Vielleicht sollte ich doch in neue Felgen investieren, die eine Montage von schlauchlosen Reifen ermöglichen, aber den 1.000er dafür gebe ich eigentlich lieber anderwärtig aus.


    Alles in allem ein sehr schöner aber nicht gerade günstiger Urlaub. Nur am vorletzten Tag auf Korsika musste ich insgesamt ca. 30 km im Regen fahren. Mit meinen Offroad Ambitionen habe ich mich zurückgehalten, einige Straßen auf Korsika waren ohnehin so ramponiert, dass ich sie gerne gegen einen vernünftigen Schotterweg getauscht hätte.


    Nachdem ich sie mittlerweile ordentlich gereinigt, und vollgetankt habe, darf die T700 mit 15.919 km ihren wohlverdienten Winterschlaf antreten. Für die restlichen Ausfahrten, die sich noch ergeben, nehme ich die Tiger oder die AT; diese wurden heuer ohnehin leicht vernachlässigt.

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