Angebrochene Bremsflüssigkeit

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  • Was macht ihr eigentlich mit angebrochener Bremsflüssigkeit? Die ist ja hygroskopisch, weshalb man sie am Moped auch ab und an mal wechseln sollte. Aber normalerweise braucht man ja nicht alles von der 0,5 oder 1l Dose. Entsorgt ihr das dann gleich oder braucht ihr beim nächsten Wechsel auf? In der Dose wird das Zeug ja auch nicht besser, egal wie fest man den Deckel zudreht? Immerhin ist ja auch nach Entnahme einiges an Luft und damit auch Wasser drin.

    Freiheit für die Straßen, weg mit dem Teer!

  • Da hast du schon recht. Eigentlich kannst du den Rest gleich entsorgen.

    Ich hebe die noch eine gewisse Zeit auf, man weiß ja nie... Verwendung findet sie aber in der Regel nicht mehr.

  • Geizig wie ich bin, heb ichs auf und benutze es beim Nächsten Mal. Dazwischen können auch schonmal 2 Jahre liegen. Bisher noch keinen Qualitätsverlust bemerkt. Ich glaube, das bewegt sich im vernachlässigbaren Bereich. Viel wichtiger ist es mMn. bei der Entlüftung der Bremsen große Sorgfalt wahren zu lassen. Hier kann man sich gefährliche Böcke einbauen.


    Wer den angebrochenen Liter nicht mit der vielen Luft aufbewahren mag, kann dies ja in ein passendes kleines Behältnis ohne Luft umfüllen und dann fest verschließen.

  • Ich würde die entweder testen oder gleich wegwerfen, Bremsflüssigkeit kostet zum Glück nicht die Welt. Und ja, ich hab hier auch noch 1l Flasche rumstehen weil ich sparen wollte und auf den Literpreis geschaut habe... naja, kommts halt die in Schadstoffsammlung.

  • Bremsflüssigkeit und Beläge ist mit das einzigste mit den Reifen wo ich sehr penibel bin. Bei mir wird die angebrochene Dose aufbewahrt bis zum nächsten Wechsel und dann mit der gewechselten/verbrauchten Entsorgt ( die gewechselte passt meist wieder in die Flasche rein ). Da man das Zeug so gut wie an jeder Tanke bekommt, komme ich gar nicht erst auf die Idee an die angebrochene Dose zu gehen. Immerhin hängt mein Kopf davon ab!

    Es gibt nichts schlimmeres wenn man Bremsen muss und es geht nicht!


    Bei normaler Fahrt und Bremserei wird die Suppe wohl auch 6 Jahre oder mehr funktionieren. Aber wehe man muss wirklich mal in die Eisen gehen und die Suppe fängt an zu sieden .... dann ist von jetzt auf gleich Bremswirkung gleich Null! Das gehe ich erst gar nicht ein dieses Risiko.

  • Ich hole immer die 0,5l Dose und pumpe die fast vollständig durch das Bremssystem. Dank Stahlbus Entlüftungsventilen vorne ein ganz einfacher Job. Hinten habe ich das Ventil nicht eingebaut, geht auch so. Also dann vorne je Seite so ca. 150ml, hinten 100ml. Bisschen was bleibt übrig, falls man sich mal vertut oder so. Die alte Flüssigkeit kommt, wie Micha schon schrieb einfach in die gerade fast leer gemachte Flasche und wird zurückgebracht.

    Auch wenn die Flüssigkeit unauffällig aussieht oder schon seit Beginn des Entlüftens klar und unverfärbt raus kommt, heißt das nicht, dass da kein Dreck mehr mit kommt. Hatte mal die Bremse eines Rennwagens nach etwa 2 Jahren Lagerung zu Entlüften. Das war vielleicht ein Spaß. War vor Abstellen 100%ig in Schuss. Seit dem letzten Flüssigkeitswechsel vielleicht 5h gefahren. Und dann kam da ein Schmodder raus, das war nicht mehr schön. Und hat auch ewig gedauert, bis die Bremse wieder gut war. Fazit für mich: Jedes Entlüften=Austausch der Flüssigkeit und dann auch nicht nur 1x das Volumen des Systems durchpumpen sondern ein gutes Stück mehr. Mit dem ABS hat das System bei der MT ja auch garnicht so wenig Volumen.

  • Woran erkennst Du denn, dass Deine Bremsflüssigkeit fertig ist?

    Kaum macht man's richtig, schon funktionierts

  • Bis letzten Sommer gehörte ich eher zur Fraktion aufbewahren, weil ich dachte wir schon nicht nach einem Jahr sofort kaputt gehen. Das glaube ich immernoch aber seit ne Freundin vor mir in den Alpen bergab in einer Kurve plötzlich mit ihrem rechten Fuß ohne Widerstand durchtreten konnte bin ich was Bremsen angeht lieber etwas zu paranoid und werfe im schlimmsten Fall halt ne Hand voll Euros ausm Fenster. Ist zum Glück nichts passiert aber bei den Gedanken, wenn das meine Vorderradbremse gewesen wäre kriege ich immernoch Gänsehaut ...

    Woran erkennst Du denn, dass Deine Bremsflüssigkeit fertig ist?

    Nach ca. 40 min. bei 180° im Ofen, wenn die Bremsflüssigkeit langsam aufgeht und eine schöne goldbraune Kruste kriegt.

  • Wenn ich Horrorstories von schlagartig ohne Bremsdruck lese, dann kommr ich mir schon wie ein Glücksschwein vor. In 40 Jahren Motorrad fahren ist mir sowas noch nie passiert, im Bekanntenkreis auch noch nicht.


    Seid Ihr sicher, dass die Bremsflüssigkeit Blasen geschlagen hat oder obs ggf, nicht zu heisse Bremsbeläge waren?

    Kaum macht man's richtig, schon funktionierts

  • vorläufiges Fazit für mich: an der XT350 kann ich auch den "Rest" noch nehmen, denn da wird selten hart und schon garn icht andauernd gebremst (wie z.B. Alpenpaß runter). Versagt die Bremse liege ich im Dreck, kein Problem, sehe dazu aber keinerlei Grund.

    An der Ténéré momentan ähnlich, auch wenn mehr Straßenbetrieb. Da aber Urlaub geplant ist, lieber frisches nehmen, zumal es da ja auch 3 Leitungen sind und weniger Rest gibt. Die Kosten vom "Abfall" sind ja überschaubar.


    Haben Stahlflexfahrer längere Wechselintervalle?

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  • Wer nicht regelmäßig selbst an mehreren Fahrzeugen schraubt, kauft entweder immer kleine Menge frisches Zeug oder lässt einfach wechseln - kostet nicht die Welt. Alle anderen investieren einfach mal 10 Euro in so ein einfaches, billiges Messgerät für den Wassergehalt von Bremsflüssigkeit. Dann weiß man nicht nur, wann man wechseln muss, sondern auch, ob die Brühe in der Flasche vom letzten Jahr noch gut genug ist.

  • Ein positiver Nebeneffekt des jährlichen Wechsels ist übrigens, dass man beim Durchspülen, außer man macht was grob falsch, auch noch wunderbar entlüftet. Merke jedes Jahr den Vorher/Nachher Unterschied im Druckpunkt. Ist nicht dramatisch, aber definitiv da. Basierend darauf würde ich ein jährliches Entlüften auf jeden Fall als sinnvoll bis notwendig betrachten. Und wenn man schon dran ist, ist der Wechsel auch nicht viel aufwändiger. Gilt wohlgemerkt nur für die MT07 und baugleiche Bremsen. Wieviel Luft so eine Bremse zieht hängt sicherlich auch von der Konstruktion ab. Wassergehalt merkt man im Druckpunkt sicherlich nicht. Oder erst, wenn der dann halt weg ist...

  • Ich hab an meiner XT660X bisher keine Bremsflüssigkeit gewechselt, funktioniert seit 13 Jahren ohne Probleme..... könnte ich aber durchaus mal machen, so zur Sicherheit.....

    Kaum macht man's richtig, schon funktionierts

  • Wenn ich Horrorstories von schlagartig ohne Bremsdruck lese, dann kommr ich mir schon wie ein Glücksschwein vor. In 40 Jahren Motorrad fahren ist mir sowas noch nie passiert, im Bekanntenkreis auch noch nicht.

    Bei mir ist auch noch nie was passiert in den letzten 33 Jahren, obwohl ich auch nicht jährlich oder alle zwei Jahre gewechselt habe.

    Und mit der Hinterradbremse haben diverse Italiener Probleme, z.Bsp. Aprilia damals an der Mille und Ducati auch noch bei aktuellen Modellen z.Bsp. Monster. Liegt nicht immer an der Flüssigkeit.


    Mal ne andere Frage zum Entlüften.

    Hab ich gemacht , auch einen ordentlichen Druckpunkt, aber im Werkstatthandbuch steht dass man ABS Modelle zum Händler bringen soll damit der einen "Impulstest" durchführen kann.

    Hat das schon einer gemacht oder ist das Quatsch?


    Michel

    K-Maxx Lenker
    Rizoma Kennzeichenhalter und -beleuchtung, Blinker, Lenkerendengewichte, Fussrasten
    Gilles Tooling Brems- und Kupplungshebel
    SC-Project Auspuff
    Bruudt Soziusfussrastenabdeckung
    K&N Luftfilter
    Wheelsticker Felgenaufkleber
    Wilbers Federbein +25 mm und Gabelfedern
    LSL Tachoverlegung

    R6 Kurzhubgasgriff

    Puig Griffgummi

    Kedo Gabelfaltenbälge

    Stealth Kettenrad 45 Zähne, Ritzel 15 Zähne

    Melvin Stahlflexbremsleitungen

  • Eigentlich muss die alte Suppe aus dem ABS-Aggregat auch raus. Das kann man in der Werkstatt erledigen, indem man über den Stecker die ABS-Pumpe direkt ansteuert und mal ein paar Sekunden durchrattern lässt, dann wird neue Flüssigkeit reingepumpt.


    Machst Dus selber, bleibt immer ein kleiner (unbedeutender) Rest im ABS Bypass. Wenn Du das Nächstemal ins ABS gehst, wird das dann rausgespült und vermischt sich mit der neuen Flüssigkeit. Wenn Du das vermeiden willst, machst Du einen normalen Flüssigkeitswechsel, fährst dann auf n Schotterweg und bremst mit beiden Bremsen ein Paarmal absichtlich ins ABS. Anschließend machst Du nochmal einen kompletten BF-Wechsel, dann sind die letzten Reste der alten Suppe auch raus. Kann man machen, ich halte das aber für überflüssig, die Menge die im Bypass verbleibt is so gering, dass das nix ausmacht.


    Was ich aber generell empfehlen würde, ist sowieso regelmäßig mal bis ins ABS zu bremsen, damit die Ventile im ABS-Aggregat nicht verschmoddern und regelmäßig mal bewegt werden. Die meisten ABS Teile (kenne ich von BMW) gehen nicht kaputt, weil sie abgenutzt sind, sondern weil sie bedingt durch harmlose Fahrweise nie gebraucht werden und dann klemmen, und ne Störung produzieren. Dann wirds teuer.

  • Hinten ins ABS muss man bei unter 50 schon aktiv nicht wollen. Ok, nicht ganz so krass, aber das passiert schon schnell mal.

    Ich mache eh regelmäßig Bremstests um mich selbst zu trainieren. Da komme ich auch immer mal ins ABS, wenn ich wirklich so hart wie möglich bremsen möchte und den Untergrund leicht falsch einschätze. Habe da auf den Strecken wo ich eh lang muss ein paar wunderbare Ecken wo ich aus 30/50/70/100 ankern kann ohne jemanden zu behindern oder extra irgendwo hin zu müssen. Würde ich grundsätzlich jedem empfehlen, das mal zu machen. Hatte auch schon eine Hand voll Male eine Gefahrensituation, wo ich dann durch Verzögern auf dem Vorderrad ohne dabei aus Angst den Griff los zu lassen relativ viel Platz zum potentiellen Unfall hatte. Schlechtere Bremstechnik kann da die entscheidenden Meter ausmachen. Und als top würde ich mich definitiv auch nicht bezeichnen.

    Wenn man solche Späßchen macht, muss man sich um alte Bremsflüssigkeit im ABS Modul auf jeden Fall keine Sorgen machen ^^

    Achja, mit dem PKW mache ich das auch, nur nicht so häufig. Da hat man als Fahrer nicht so viel Einfluss, weil selbst die schlechten ABS-System wirklich gut sind und die Radlastverteilung nicht so spannend ist wie beim 2-Rad.

  • Das tückische an der Suppe ist ja, das sie nach vielen Jahren auch noch funktioniert. Aber auch eben nur das.

    Das Problem taucht erst auf wenn man wirklich mal "Ankern" muss. Bei einer Enduro wo eh kaum Druckpunkt bzw Bremsleistung vorhanden ist wird das wohl nie passieren, aber bei wohl jedem der mal aus über 120 Klamotten und mehr wirklich hart Bremsen muss, oder auch Pässe mehrfach hart anbremst und die Bremszange und somit auch die Suppe darin wirklich heiß wird und sich die Wassermoleküle dann schlagartig in Dampf verwandeln und den Bremshebel eher in Richtung weg vom Lenker als die Beläge an die Scheibe drücken dann wird mit den Augen gerollt.


    Das Phänomen merkt man ganz deutlich wenn man MTB fährt und das auch gerne schnell Bergab ( also mit Bergab meine ich hier in der Eifel zB die Bergigen Singletrails ) dann kommt die Bremse sehr schnell an seine Grenzen. Und wenn die Suppe darin auch noch 3 oder 4 Jahre alt ist, ist nix mehr mit Bremsen da die Zangen da noch kleiner sind und die Hitze noch schneller die Suppe zum Kochen bringt ( und ja , dann Glühen auch sie Scheiben). Jetzt stelle man sich die Situation mal mit nem Moped vor was locker 180Kg mehr auf die Waage und wohl gute 100Kmh schneller ist in dem Moment.

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