Michelin Anakee Adventure

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  • Nach dem Rally STR hatte ich zunächst den neuen Dunlop Trailmax Meridian montiert. Ein fantastischer Straßenreifen mit Grip ohne Ende, höchster Präzision (für einen 21 Zoll Vorderreifen) und fantastischen Manieren. Da wird die Tenere zur SuperMoto bzw. Rennpfeile - wer nur Straße fährt und dort richtig am Kabel ziehen will, der wird kaum einen besseren Reifen finden. Der Conti Trail Attack 3 ist ähnlich aber nicht so ganz so zielsicher, dafür etwas komfortabler - ich bin den Conti im direkten Vergleich auf der Tenere meines Arbeitskollegen gefahren - beides Top Straßenreifen.


    Leider habe ich mir nach nur 1000km, bei einem kleinen Gelände-Ausritt an der falschen Stelle, gleich 3 Moniereisen in den Hinterreifen gerammt als ich über Bauschutt gebrettert bin (ein Eisen in die Reifenflanke, die ordentlich beschädigt wurde, und 2 in die Lauffläche). Ich bin richtig hängen geblieben, wäre fast vornüber von der Karre geflogen. Zu einem Platten hat das erstaunlicherweise nicht geführt. Aber der Hinterreifen war wirklich strukturell geschädigt - das ist mir zu heikel. Da mir der Meridian dann aber doch etwas zu straßenlastig war und die Montage (trotz Rabaconda), bedingt durch die eher harten Reifenflanken, echte Arbeit war, hab ich mich dann gegen einen Meridian Ersatz-Hinterreifen entschieden und mich dann gleich auf die Suche nach einem 70/30 oder eher 80/20 Reifen gemacht.


    So bin ich dann auf den Michelin Anakee Adventure gekommen. Der Reifen ist strukturell sehr weich, sowohl die Seitenwände als auch die Laufflächen, typisch Michelin halt. So war die Montage dann auch ein Kinderspiel, flutsch und drauf. Das Profil ist natürlich deutlich flacher als beim Rally STR sieht aber durchaus noch nach Off-road aus.


    Und was soll ich sagen, der Anakee Adventure harmoniert hervorragend mit der Tenere. Ich bin bis jetzt zwar nur Straße und feinen, 1x auch mittelgroben, trockenen Schotter gefahren, aber der Reifen ist echt der Hit. Auf Schotter habe ich erstaunlicherweise nur wenig Unterschied zum Rally STR empfunden - da sind beide m.E.n. gleichwertig. Aber der Reifen hat so eine super Eigendämpfung, dass man über guten und insb. schlechten Asphalt und Schotter selbst mit Serienluftdruck 2,2v/2,5h nur so dahin gleitet. Wo der Rally STR und auch der Meridian etwas rumpelig wird, da gleitet der Anakee geschmeidig wie eine Katze über den Asphalt. Wohl auch weil der Reifen wirklich rund ist und nicht über seine Stollen holpert.


    Normalerweise kommt so viel Komfort ja immer mit Abstrichen in Bezug auf Präzision und Sportlichkeit einher, das ist aber beim Anakee erstaunlicherweise nicht der Fall. Zwar hat er in Sachen Präzision dem Meridian auf gutem Asphalt das Nachsehen, sobald aber der Asphalt auch nur etwas schlechter wird, fühle ich mich mit dem Anakee deutlich wohler und sicherer. Sehr, sehr vertrauenserweckend das Ganze. Gegenüber dem Rally STR bietet der Anakee Adventure deutlich mehr Präzision, Kurvenstabilität und insbesondere auch Grip. Zum Thema Grip bei Nässe kann ich mich nicht viel sagen. Ich bin ihn zwar schon bei Regen gefahren, da der Reifen aber ganz neu war, war ich da eher zurückhaltend unterwegs.


    Bei trockenem Wetter kann man mit der Tenere aber schon nach kurzen Zeit voll umlegen. Und das bringt mich zu einer ganz besonders spaßigen Eigenschaft des Reifens die für mich dann auch für den Kauf mit ausschlaggebend war. Sowohl bei Wolfs Bike in Tour als auch beim Bodo wurde dem Reifen ein sehr breiter Grenzbereich mit der Tendenz zu kontrollierten Drifts nachgesagt, wenn man in Schräglage ans Gas geht. Zugegeben, da muss man schon arg schräg fahren und erst mal allen Mut zusammennehmen, aber das funktioniert tatsächlich und macht sau-viel Spaß. Recht ähnlich zu meiner Duke 690 R mit montierten Heidenau K73, obwohl der noch früher in den Driftmodus überging.


    Fazit: Wer zumeist auf guten und insb. schlechten Straße unterwegs ist und nur selten mal auf einem Feldweg oder Schotter unterwegs ist, für den dürfte das der perfekte Reifen für die Tenere sein. Und wenn man die Tenere gerne sehr flott und schräg bewegen möchte, dann erst recht. Ich bin begeistert.


    PS.: Fürs echte Gelände (und insb. Matsch) ist mit die Tenere zu schwer und zu schade. Deshalb kommt bald noch eine Honda CRF 300 L in die Garage. Die steckt zwar gerade noch irgendwo im Sueskanal fest, wenn sie aber mal da ist, dann wird sie ordentlich auf Off-road (Öhlins, Michelin Anakee Wild oder gar Tracker) und auf wenig Gewicht gepimpt (133kg vollgetankt sind realistisch).


    Das Foto stammt nicht von mir, zeigt aber wie der Reifen auf der Tenere ausschaut (Link)

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    Je älter ich werde, um so so schneller war ich früher...
    CRF 300 L + Ténéré 700 + Street Triple 765 RS

    5 Mal editiert, zuletzt von wildduck ()

  • den hat mein Chefmechaniker auch auf seiner 9T-Scrambler und auf seiner HD-StreetBob

    hält auf der 9T hinten schon über 10.000km

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