Sicherung tauschen

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  • Hi :)

    Ich darf euch um Hilfe bitten:

    Es steht immer: die defekte Sicherung herausnehmen... woher weiß ich denn, welche defekt ist?

    Meine MT07 macht, nachdem ich die Batterie zunächst stehend statt liegend, also - + verwechselt, eingebaut hab, keinen Mucks mehr... Nicht mal der Display leuchtet...

    Danke im Voraus!!

  • ...woher weiß ich denn, welche defekt ist?

    Klick mich!

    Links die defekte, rechts die gute. Die Verbindung zwischen den beiden Füßchen innerhalb des Kunststoffkörpers (sieht aus wie ein Fragezeichen) ist bei der linken nicht mehr vorhanden, da durchgebrannt. Somit kann der Strom nicht mehr fließen.

  • Da ich die neue Batterie auch mal (fluchend) stehend eingebaut habe, weil mir nicht bewusst war, dass Yamaha durch das Legen ein wenig Platz nach oben gespart hat, weiß ich, dass die Kabel gerade so zu den Polen gereicht haben. Allerdings musste ich dazu den einen Kabelbinder zerschneiden, damit beide Kabel lange genug waren und bis zu den Polen gereicht haben. Die Batterie konnte also nach Entfernung des einen Kabelbinders sogar stehend richtig gepolt eingebaut werden.


    Wenn du allerdings tatsächlich Plus und Minus beim Anschluss wegen der nicht ausreichenden Kabellänge vertauscht hast (die Batterie also noch um 180° verdreht eingebaut hast, damit die Kabel von der Länge her passen) und dann den Zündschlüssel rumgedreht hast, kann ich nicht sagen, was es zerschossen haben kann. Die Hauptsicherung dürfte dann das kleinere Problem sein. Meine Erwartung wäre, dass diese noch intakt ist. Aber wenn die Elektronik des Moppeds in umgekehrter Richtung mit dem Strom beaufschlagt wird, dann dürfte vor dem Durchbrennen der Hauptsicherung etwas anderes kaputt gegangen sein. Die Hauptsicherung hängt normalerweise vor allen Steuerungen und Verbrauchern. Wenn die Batterie falsch angeschlossen wurde und dann die Hauptsicherung durchgebrannt ist, dann ist der Strom schon überall durchgeflossen und hat die Hauptsicherung erst als letztes passiert. Die Schutzfunktion der Hauptsicherung wäre damit nicht mehr gegeben gewesen.


    Ich würde einfach mal bei einer Yamaha-Werkstatt anrufen und fragen, was passiert sein kann. Das dürfte sicherlich nicht der erste solche Fall sein.


    Allerdings frage ich mich schon ein wenig, warum das passiert ist. Die Elektronen fließen bei einer Batterie vom Plus-Pol zum Minus-Pol. Daher gibt es immer für diesen Plus-Pol am roten Kabel eine spezielle Abdeckung für die Verschraubung, damit man nicht versehentlich mal einen Kontak zur Masse (z. B. dem Rahmen) herstellt und damit einen Kurzschluss verursacht. Wenn einem so etwas nicht bewusst ist, dann sollte man die Finger von solchen Arbeiten lassen. Mit diesem Wissen ist eine Verwechslung eigentlich ausgeschlossen. Deshalb habe ich ja fluchend den Kabelbinder zerschnitten und die Kabel dann anders gelegt.


    Ist nun mal passiert und nicht mehr zu ändern. Wenn du Glück hast, ist es wirklich nur eine Sicherung, ich würde das aber eher bezweifeln und hoffe für dich, dass ich mich irre.


    Gruß

    Klaus

  • Die Hauptsicherung hängt normalerweise vor allen Steuerungen und Verbrauchern. Wenn die Batterie falsch angeschlossen wurde und dann die Hauptsicherung durchgebrannt ist, dann ist der Strom schon überall durchgeflossen und hat die Hauptsicherung erst als letztes passiert. Die Schutzfunktion der Hauptsicherung wäre damit nicht mehr gegeben gewesen.

    Sorry, dass ich das so drastisch formulieren muss aber das ist leider Unsinn. Der Strom, wenn wir jetzt mal das Konstrukt aus Batterie, Hauptsicherung und Verbrauchern als einfache Reihenschaltung betrachten, ist in jedem Punkt des Stromkreises gleich.

    Bitte informiere dich noch einmal über die Grundlagen der Elektrotechnik, bevor du hier für Verwirrung sorgst.

  • Wie definiert man Stromfluß?

    Jeder Stromkreis besteht aus Batterie-Verbraucher(n)-Sicherung. Hat man davon sehr viele und z.B. jeden Kreis mit 20A gesichert, hätte man, wenn alle Verbraucher maximal "saugen", eben viel mal 20 A. In der Summe übersteigt das die Leistung der Batterie, also macht man noch eine Sicherung dazu (ob davor oder dahinter ist eigentlich egal). Die haut's dann raus, wenn die Zahl der Verbraucher bzw. derer benötigter Strom für die Batterie zuviel wird.

    Irgendwie hat das alles wenig mit dem Vertauschen der Pole zu tun. Haut es die Hauptsicherung raus, dann ist bis zu diesem Punkt der maximale Strom geflossen, der die Hauptsicherung zuläßt. Eigentlich auch egal, ob vorwärts oder rückwärts....

    Der Strom hängt von dem Widerstand der Verbraucher ab, normalerweise ändert der sich beim Verpolen nicht, eine Glühbirne hat eben 55W (also ca. 4,5A), so oder so. Wenn man also die Batterie falsch anschließt und keine oder wenige Verbraucher "an" hat, dürfte nichts oder wenig passieren.

    Jetzt die Ausnahmen: manche Verbraucher oder Geräte reagieren tatsächlich empfindlich, wenn man + und - vertauscht. Die guten haben dafür (oder besser dagegen) Dioden an den "Eingängen", andere machen einfach kurz pffft und putt sind sie.

    Welche Verbraucher nun genau am Moped so reagieren und welche nicht, keine Ahnung, tendenziell ekektronische wie Tacho (eben mit Halbleiter) sind gefährdeter, weniger eben Glühlampen und Relais. Aber egal, der Verbraucher muß auch "an" sein, also der Stromkreis auch geschlossen (Schalter oder Relais geschlossen), sonst passiert auch nichts.

    Wo es immer zu "Wunderkerzen"-Effekten kommen kann, ist, wenn man zuerst die Masse anschließt und dann beim hantieren am Pluspol z.B. mit dem Schraubenschlüssel kurz mal an den Rahmen, sprich Masse kommt. Oder eben sonstwie einen "kurzen" verursacht. Falls in diesem "kurzen" Kreis noch die Hauptsicherung ist, sagt die natürlich auch, l.m.d.a.A., aber mit verpolen hat es eben wenig zu tun.

    Vielleicht meldet sich Caroline777 noch um unsere Theorien durch "Fakten" zu untermauern oder zu widerlegen.

    Freiheit für die Straßen, weg mit dem Teer!

  • Sorry, dass ich das so drastisch formulieren muss aber das ist leider Unsinn. Der Strom, wenn wir jetzt mal das Konstrukt aus Batterie, Hauptsicherung und Verbrauchern als einfache Reihenschaltung betrachten, ist in jedem Punkt des Stromkreises gleich.

    Bitte informiere dich noch einmal über die Grundlagen der Elektrotechnik, bevor du hier für Verwirrung sorgst.

    Na, da habe ich mich halt wohl nicht ganz richtig ausgedrückt, so dass die Grundlagen der Elektrotechnik verletzt wurden. :geht-klar


    Wenn ein System unabhängig von der Polarität des Anschlusses immer denselben Gesamtwiderstand hat, dann ist natürlich die Schutzfunktion der Hauptsicherung gleich, weil der Stromfluss identisch ist, URI lässt grüßen. Nach Durchbrennen der Hauptsicherung liegt dann allerdings bei allen Verbrauchern noch Spannung an, was natürlich nichts machen sollte.


    Allerdings wüsste ich dann nicht, warum die Hauptsicherung überhaupt durchbrennen sollte, nur weil man die Batterie falsch anschließt. Vielleicht hat ein Elektrotechnik-Experte, der ich ja nicht ausreichend bin, dafür eine Erklärung.


    Ist die Annahme, dass alle Verbraucher und Steuerungen bei umgekehrt anliegender Spannung auch denselben Widerstand haben, falsch und brennt dann die Hauptsicherung durch, dann müssen manche Verbraucher einen höheren Strom gesehen haben als bei richtiger Polarität. Denn wie mir ja richtig klar gemacht wurde, ist der Stromfluss überall derselbe, nur halt dann auf weniger Verbraucher verteilt. Aber vielleicht ist das alles auch Humbug, aber warum nur ist dann die Hauptsicherung durchgebrannt? Das hätte dann mit der Polarität vielleicht gar nichts zu tun gehabt?


    Gruß

    Klaus

  • Würde mich mal interessieren was beim tausch der Hauptsicherung raus gekommen ist.

    Hoffentlich ist der Bordcomputer oder das ABS dagegen abgesichert


    Allerdings wüsste ich dann nicht, warum die Hauptsicherung überhaupt durchbrennen sollte, nur weil man die Batterie falsch anschließt. Vielleicht hat ein Elektrotechnik-Experte, der ich ja nicht ausreichend bin, dafür eine Erklärung.

    Eine kleine mögliche ( unwahrscheinliche ) Erklärung hätte ich da anzubieten :denk

    Und zwar in der Funktion vom Regler

    Bei richtiger Polung ist alles in Ordnung , vertauscht man die Polung , fließt der Strom der Batterie ungehindert durch die Dioden . Und schon kann es die Sicherung himmeln . Die Dioden sollten den Strom aushalten ( hoffe ich ) .

    https://de.wikipedia.org/wiki/…erregte_Lichtmaschine.svg


    Mfg Klopi

  • Jupp.

    Bei 2 von meinen 4 Krafträdern wären nach Batterieverpolung die Regler defekt (ich habs im Bierdunst getestet) und bei einem nach Herstellerangabe die elektronische Zündspule der Batteriezündung. Wer da generelle Prognosen wagt kann auch in die Kristallkugelzentrale vom Blocksberg einziehen :hexi

    Wir haben ja schon seit geraumer Zeit mit Halbleitern in der Fahrzeugtechnik zu tun, die sich je nach anliegender Polarität und Spannungshöhe gerne komplett unterschiedlich verhalten. Von bockigem Sperren bis Kernschmelze ist alles drin und der Unterschied liegt in Bauteilen für ein paar Cent, die mal da sind und mal nicht.

    Die MT-07 (und die anderen 700er) verträgt das Verpolen wohl bis aufs Zerschießen der Hauptsicherung, zumindest bei den Fällen von denen ich bislang las. Kann sich bezüglich der angeschlossenen und verwendeten Komponenten (Griffheizung, USB Ladebuchsen,...)auch anders verhalten.

    Tatsache ist: auch ohne angeschaltete Zündung hängt hier der Reglerausgang direkt permanent an der Batterie.
    Ebenso Tachoeinheit, Wegfahrsperre, ECU und das olle Lüftermotor-Relais (über Sicherungen (4)"Kraftstoffeinspritz-System"; (5) "Zusatzsicherung"; (6)"Kühlerlüftermotorsicherung")


    Ich vermute (jedenfalls wäre es gut gedacht), dass der Regler bei fehlerhaftem Batterieanschluss mit seiner dickeren Anbindung auf kurzem Weg als schneller niederohmiger Killer für die Hauptsicherung herhält. So wäre direkt die Spannungsversorgung unterbrochen, bevor durch Anschalten der Zündung mehr Schaden verursacht werden könnte. Einfach aber effektiv.

    Als Regler verwendet Yamaha zumindest bei unseren 700ern bislang mindestens(!) zwei Typen, Shindengen SH821 und FH027. Diese scheinen die kurzzeitige Verpolung bis zum Schmelzen der Sicherung zu überstehen. Der Haupt-Sicherungswert ist sinniger Weise auch unterhalb des Maximalstroms angesiedelt den der Regler verknusen kann, auch wenn der Strom im quasi Kurzschlussfall über die Dioden sicher kurz höher ist.
    Leider gibt es da zumindest für den Endnutzer keinen konkreten Angaben (die mir bekannt wären), von der konkreten internen Schaltung ganz zu schweigen. Zumindest für den SH821 käme grob sowas in Frage, aber ich mag irren Bitte melde dich an, um dieses Bild zu sehen.
    (Quelle: https://www.shindengen.com/products/electro/motorcycle/reg/ )
    Je nach Polarität kein Strom vs. volle Pulle in Durchlassrichtung.


    Lange Rede, schwacher Sinn:
    Sollte nun, nach Austausch der Hauptsicherung, diese auch bei korrekt angeschlossener Batterie direkt wieder durchbrennen so kann man direkt mal den Stecker vom Reglerausgang abziehen ( Kabelfarben schwarz und rot) und den Versuch wiederholen. Bleibt die Sicherung nun heile, wäre ein neuer Regler fällig. Ansonsten bei den oben genannten Sicherungen/Verbrauchern nach Ausschlussverfahren weiter machen.

    Aber wie schon gesagt, in allen Fällen von denen ich im deutschen oder englischsprachigen Bereich gelesen habe ist es gut gegangen.

    Die Sicherung für die Blinker heißt: PARKBELEUCHTUNG
    Wenns vorne rasselt und hinten stinkt isse in Ordnung...

    Aaron Persky is the California Judge who gave Brock Turner the rapist only 6 month sentence

    Einmal editiert, zuletzt von Gonzo ()

  • Danke, das sieht für mich nach einer vernünftigen elektrotechnischen Erklärung aus. Der Gesamtwiderstand bei falsch angeschlosserner Batterie wäre damit geringer als bei richtig angeschlossener Batterie. Damit lag ich, weil ich nicht im Besitze der betreffenden Kristallkugel bin, doch mit dieser Anregung gar nicht so schlecht:

    Ich würde einfach mal bei einer Yamaha-Werkstatt anrufen und fragen, was passiert sein kann. Das dürfte sicherlich nicht der erste solche Fall sein.

    Jetzt wäre es mal schön zu erfahren, ob das Töff der Thread-Eröffnerin nach Erneuerung der Hautpsicherung einfach wieder ohne Mucken lief oder nicht. Dann wären die zitierten Erfahrungen aus dem deutschen und englischsprachigen Raum bestätigt.


    Gruß

    Klaus

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