Mein Dunlop SportSmart Mk3

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  • Hiho,


    hier soll es um meine Erfahrungen mit dem Dunlos SportSmart Mk3 gehen. Nach einer letzten ausgiebigeren Tour im Schwarwald vor 3 Wochen stand heute mein Reifenwechsel an. Kurz was zu allen Rahmenbedingungen:


    Mein neuer Schlappen ist der Dunlod SportSmart Mk3, den ich glücklicherweise in der Testfahrer-Aktion hier im Forum umsonst ergattern konnte. Da der Reifensatz ein Geschenk von Dunlop ist möchte ich dieser Steller erwähnen, dass ich kein Influencer bin, in keinerlei Geschäftsbeziehung zu Dunlop stehe und auch sonst nicht dazu angehalten wurde möglichst positiv über den Reifen zu berichten. Hier kommt nur meine ungefilterte Meinung. Falls ich den Reifen kacke finde werde ich das ungeschönt sagen genauso wie ich völlig ehrlich positiv berichten werde wenn ich den Reifen für (sehr) gut halte. Ich bin vorher ~10k km den Cra2Evo und danach ~9k km den Cra3 gefahren. Entsprechend hoch sind die Erwartungen an den Dunlop SportSmart Mk3 (im Folgenden Mk3). Falls ihr weitere Informationen zum Mk3 haben wollt findet ihr die hier auf der Herstellerseite.


    Die Reifen wurden Anfang Mai geliefert und jetzt (29.5.2021) von mir aufgezogen. Ein paar (unwichtige) Details: der Reifen hat sich sehr gut aufziehen lassen. Für Aufziehen und Wuchten von VR u. HR habe ich ca. ~60min benötigt, obwohl es der erste Reifensatz ist, den ich (mit Hilfe) selber aufgzogen habe. Der Reifen bzw. das Profil ist hübsch und das Gummi fühlt sich gut an :brauen


    Aufgrund der Bewerbung des Mk3s als "Hypersport-Reifen" mit "90% Landstraße und 10% Rennstrecke" (hier) sind meine Erwartungen ziemlich sportlich orientiert:

    • Gripp
    • Agilität
    • Feedback

    D.h.: ich erwarte einen Reifen, der gut klebt, der mir sagt wie gut er gerade klebt und sich sehr einfach von Kurve zu Kurve schmeißen lässt. Laufleistung ist für mich persönlich eher eine sekundäre Eigenschaft für die gilt: je mehr desto besser aber solange >~6k km ist es okay.


    Mein Vergleich: die beiden oben genannten Contis. Was ich an der direkten Konkurenz geschätzt habe:

    • Neutralität
    • Grip

    Die beiden Contis waren immer so neutral, dass ich mich manchmal gefragt habe ob ich gerade überhaupt Feedback kriege. Die kleben einfach. Punkt. Das war anfangs zwar ziemlich geil aber während den letzten paar tausend Kilometern habe ich angefangen Feedback zu vermissen. Anders ausgedrückt möchte ich einen Reifen mit etwas Charakter. Ich möchte fühlen wie der sich gerade verhält. Der Conti bügelt einfach alles flach und babt dabei, was die Sache für mich in mancher Situation schon fast wieder etwas unsicher macht. Klingt komisch, ist aber so.


    Ich bin heute die ersten 70km gefahren. Was mich direkt positiv überrascht hat ist die hervorragende Eigendämpfung des Mk3s. Außerdem habe ich trotz dem Umstiegs von einem spitzgefahrenen, und damit kippeligen, Cra3 das Gefühl, dass der Mk3 ein sehr agiler Reifen ist. Er lässt sich sehr einfach in Schräglange bringen ohne nervös zu wirken. Obwohl Dunlop im Gegensatz zu Conti Trennmittel bei der Herstellung des Reifens verwendet ist mir diesbezüglich nichts aufgefallen. Ich bin allerdings auch nicht sonderlich tief gefahren. Mein erstes Gefühl zum Mk3 ist positiv und ich freu mich drauf zu schauen was der Reifen so kann. Morgen gehts auf die erste größere Runde. Ich werde in diesem Thread berichten und diesen Startbeitrag immer wieder mit Links zu Erfahrungsberichten von mir versehen. D.h. ihr könnt hier gerne auch mitdiskutieren.


    Grüße,


    Post #1 (erste kleine Runde)

    Post #2 (sportlich prügeln)

    :boingser:boingser:boingser

    2 Mal editiert, zuletzt von Royber ()

  • Deine Meinung, von einem Reifen etwas Feedback erhalten zu wollen, teile ich.


    Zum Beispiel fahre ich aus dem Hause Pirelli/Metzeler lieber den Roadtec 01, als den Angel GT.


    Der Pirelli rollt sich einfach irgendwie ab, er hält, aber beim Metzeler fühlt man regelrecht die Verzahnung mit der Fahrbahn und das schafft mehr Vertrauen, neben der besseren Eigendämpfung.


    Ist halt eine "Popometer"-Geschichte.

  • So. Gestern bin ich die erste (kleine) Runde mit ~180km gefahren. Es waren einige sehr schöne Kurven mit meistens gutem bis manchmal mittelmäßigem Straßenbelag. Ich bin positiv überrascht wie wenig ich von den Trennmittelresten (aka. "Angststreifen") auf dem Reifen gemerkt habe. Nämlich gar nichts. Am Grip gabs nie etwas auszusetzen. Da meine Fahrweise gestern aber noch sehr moderat war ist das bisher auch kein Thema und es ging mir erstmal um andere Eigenschaften. Ich fahre übrigens nach Dunlopvorgaben mit 2.5/2.9.


    Im Wesentlichen kann ich das wiedergeben, was ich im ersten Post schon geschrieben habe. Ich finde die Eigendämpfung im direkten Vergleich zum Cra3 echt klasse. Dabei bleibt der Mk3 gefühlt sogar transparenter. Der Mk3 ist mindestens genauso agil wie ein spitz-gefahrener Cra3 und dabei weniger nervös. Der Reifen geht super einfach in die Kurve aber bleibt auch genau in der Schräglage, in die man ihn positioniert.


    Ich hatte bisher noch nicht die Möglichkeit den Reifen ausgiebig zu testen. Bisher ist es eher so ein Gefühl und das ist wirklich positiv. Sehr transparent und neutral.

  • Letzten Mittwoch habe ich den Mk3 ausgiebig unter hoher Belastung auf einer Steige getestet. Der Asphalt ist sehr gut, es gibt einige enge und ein paar weite Kurven, die Strecke kenne ich sehr gut, die Straße war sehr sauber. Das Wetter war hervorragend mit ca. 23°C und leichter Bewölkung, die Straße war warm (13:00 Uhr Ortszeit). Ich bin mehrmals unvernünftig schnell rauf und runter gefahren wobei ich insgesamt auf ca. 80km gekommen bin. Motto war: je mehr Schräglage desto besser. Bei der Ankunft habe ich erstmal eine ungefähr 30-minütige Pause im Schatten gemacht, um die erste Runde auf kalten Reifen zu drehen.


    Vorne weg: der folgende Abschnitt liest sich dramatischer als es ist. Eine Erklärung folgt weiter unten.

    Gefühlt war auf der ersten Abfahrt das Hinterrad etwas schwammig was sich durch leichtes "Schwimmen" in Kurven bemerkbar gemacht hat. Beim Cra3 ist mir das nie aufgefallen weswegen ich momentan davon ausgehe, dass der Mk3 einfach noch nicht warm war was auch nicht verwunderlich ist, weil das Motorrad bis zur ersten Kurve ~500m bewegt wurde. Nach den ersten paar Kilometern war das Schwimmen weg. Merke: Reifen kurz warmfahren.

    Das klingt jetzt schlimmer als es war. Wenn man das in Relation setzt hat sich der Reifen in 21 Kurven auf 5km in insgesamt 5 Sekunden etwas komisch angefühlt. Gefährlich wurde es nie und bei normaler Fahrweise hätte ich gar nichts bemerkt. Es hat sich bei tieferer Schräglage allerdings manchmal ganz kurz so angefühlt als ob man auf einer Matraze fahren würde. Normalerweise prügelt man einen kalten Reifen auch nicht direkt ab der erste Kurve. Aber genau das wollte ich testen. Objektiv(er) betrachtet war ich sehr beeindruckt davon, wie gut sich der Mk3 in völlig kaltem Zustand fahren lies. Der Reifen war sehr wendig, klebte an Ort und Stelle und fühlte sich sehr transparent an. Diese Begriffe werden sich wohl immer wieder wiederholen aber so ist das nun mal wenn der Reifen so gut funktioniert.


    Nach so 5km war die Abfahrt beendet und es ging richtig los. Der Mk3 war sehr unauffällig und liefert sehr guten Grip. Gerutscht ist in Schräglage nie etwas auch bei heftigem Bremsen in die Kurve rein oder beim digitalen Rausbeschleunigen. Der Mk3 hat mir vor allem wegen seiner Zurückhaltung gefallen. Das Gefühl für die Straße liegt eher im Hintergrund und lässt sich hervorragend unterbewusst wahrnehmen. Trotzdem ist das Gefühl auch bewust abrufbar falls notwendig. Dadurch konnte ich mich richtig gut einfach nur aufs Fahren konzentrieren und wenn in Kurven mal was nicht gestimmt hat bemerkte ich das trotzdem sofort. Was der Mk3 dem Cra3 voraus hat ist für mich dieses Feeling. Während ich mich auf dem Cra3 manchmal etwas "abgeschirmt" von der Straße gefühlt habe fühl ich den Boden auf dem Mk3 sehr direkt im Hinterkopf. Das gefällt mir richtig gut weil ich die Eigendämpfung des Mk3s trotzdem als höher empfinde. Klingt widersprüchlich, ist es auch, ich habs trotzdem so wahrgenommen. Vielleicht war ich auch betrunken.


    Nach der Runde habe ich mir den Reifen mal genauer angeschaut. Der Cra3 tendiert dazu zu fusseln, wenn man ihn mal länger härter anfasst. Der Mk3 sah super aus:

    Bitte melde dich an, um diesen Anhang zu sehen.


    Joa. Soweit ich das beurteilen kann taugt der sportliche Teil der Mk3-DNA fürs sportliche Fahren auf der Landstraße wirklich exzellent nachdem der Reifen kurz warmgefahren wurde. Ich bin sehr gespannt wieviel KM der Reifen mitmacht. Bei der nächsten Runde werde ich nochmal verstärkt auf das Schwimmen achten. Wenn das Wetter hinhaut gehts Ende nächster Woche in den Schwarzwald wo ich die "sportliche Tour"-Komponente des Mk3s testen möchte.

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