Das nervt mich in Linkskurven...

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  • Also wenn ich mich in die Kurven lege, gehe ich mit dem Oberkörper auch noch gerne etwas mehr runter Richtung Straße.

    Ich würde hier aber noch nicht von einem richtigen Hanging-Off of sprechen wie gesagt nur leichtes runterlehnen.

    In Rechtskurven klappt das wunderbar und fühlt sich auch gut und richtig an.

    Bei Linkskurven leider nicht und der Oberkörper geht automatisch etwas mehr nach oben also von der Straße weg auch wenn kein Gegenverkehr kommt.

    Da geht dann schon die Tendenz in Richtung leichtes Drücken, was ich aber eigentlich nicht möchte!

    Grade in Linkskurven (mit dieser Tendenz zum Drücken) setzen dann auch viel schneller ungewollt die Rasten auf.

    Versuche mir das abzugewöhnen aber der Kopf sagt: "nö"

    Kennt ihr so was auch?

    Also gestern ist mir zumindest bei einem Ducatifahrer vor mir das gleiche Phänomen aufgefallen...

  • Kenne niemanden, der beide Kurven gleich gerne mag. Ob ich gerade Legen oder Drücken bevorzuge hängt für mich aber auch von der Tagesform und genauen Form der Kurve ab. Es gibt Linkskurven von Legen natürlich ist und dann wieder welche, wo ich mich dazu zwingen müsste.

    Ich habe letzten ne interessante Variante zum Fahren von Linkskurven gehört: Einfach die Spur des rechten Reifens der Motorräder Autos abfahren. Aus Sicherheitsgedanken hinsichtlich Feindkontakt ist das vermutlich die beste Variante. Ich probiere das aktuell aus. Kombiniere das aber noch mit etwas Hinterschneiden - kommt aber immer auf die Kurve an.

    Kann mir vorstellen, dass die Fahrlinie dem Kopf bei der "Angst" vorm Legen statt Drücken hilft. Man kann damit einfach nicht in den Gegenverkehr kommen mit dem Kopf.


    Ich hatte mal ne Blockade, dass ich beim Legen links und rechts wirklich komplett unterschiedlich gefahren bin (Körperhaltung) und mich deswegen auf einer Seite nicht wohl fühlte (keine Ahnung mehr welche, sowas merke ich mir irgendwie nicht). Habe dann mal genau drauf geachtet, wie ich mich mit Ellenbogen, Handgelenk, Schulter und Kopfposition verhalte. Das waren ganz andere Winkel in den Ellenbogen und der Kopf war auch bei der "unangenehmen" Seite einfach 10-20cm weniger Richtung Kurvenmitte positioniert. Und ich habe mich weniger nach vorne gebeugt. All das gab ein ganz anderes Feedback vom Motorrad, was sich dann doof angefühlt hat. Habe mich dann dazu genötigt, in eine ähnliche Haltung zu gehen und nach einer Weile wurde es deutlich besser.

    Zum Analysieren, wie anders man es fährt, sollte man natürlich nicht sonderlich schnell fahren oder auf unübersichtlichen Strecken. Lenkt halt ab. Vielleicht hilft auch ne Video-Aufnahme.

    Einmal editiert, zuletzt von johannes ()

  • hallo - mal drauf achten ob du mittig sitzt - dann blickführung wichtig und den kopf so waagarecht wie möglich halten in der schräglage - aber wie die anderen auch schon sagten- eine richtung liegt und fühlt sich besser an, hat fast jeder- dlzg

    Einmal editiert, zuletzt von rapi ()

  • Danke für die Antworten.

    Von der Blickführung fühlt es sich eigentlich richtig an.

    Ich acht eigentlich auch meistens auf eine gute Linie, Kurve hinterschneiden etc..

    Aber auch hier habe ich recht lange gebraucht um mir ein schlechte Linie wieder abzugewöhnen.

    Ja die Körperhaltung ist in der Linkskurve eine völlig andere, vielleicht wäre es wirklich mal eine gute Idee das zu filmen.

    Und wie gesagt Rechtskurve drücke ich eigentlich gar nicht da lege ich mit Tendenz zum leichten Hanging-Off und das fühlt sich halt wesentlich besser an.

    Vielleicht ist es ja einfacher auch nur ein gesunder natürlicher Schutzmechanismus den Körper eher vom Gegenverkehr fernzuhalten was man sich auch gar nicht abgewöhnen sollte!?

    Aber es fühlt sich halt von der Körperhaltung in Rechtskurven einfach viel besser und entspannter an :denk

  • Das Thema hatt ich vor einiger Zeit schon mal angesprochen.


    Bei mir läuft's in Linkskurven irgendwie flüssiger und gefühlt "natürlicher".

    Hat bei mir also devinitiv nichts mit einer Angst vor dem Gegenverkehr zu tun.


    Wenn es nicht notwendig ist, ein Gesetz zu machen, dann ist es notwendig, kein Gesetz zu machen.
    Charles Baron de Montesquieu


    Was bisher geschah:

    - Tacho nach vorne mit Kit von LSL

    - GSG Sturzpads
    - Hebelleien von ABM (und zwar die SyntoEvo)
    - KZH von Evotech-rc.it (incl. Shin-yo Rückstrahler)
    - Kellermann micro Rhombus Dark
    - Magura Streetfighter FX auf LSL Klemmböcken
    - Lenkerendspiegelhaltekappen von Desmoworld + Highsider Ferrara Spiegel

    - Renthal Griffgummis
    - E3 Akrapovic

    - Wilbers vorn und hinten

  • Das Thema hatt ich vor einiger Zeit schon mal angesprochen.

    Bei mir läuft's in Linkskurven irgendwie flüssiger und gefühlt "natürlicher".

    Hat bei mir also devinitiv nichts mit einer Angst vor dem Gegenverkehr zu tun.

    na ja man kann aber auch in einer Rechtskurve unbewusst Angst haben bei zu viel Schräglage in den Gegenverkehr zu rutschen... :denk

  • Geht mit so. Meine Reifen sind links immer etwas vor der rechten Seite platt

    Bei mir ist der Reifen links auch weiter runter heißt bis Kante und rechts sind immer noch ca 2-3 mm übrig und das obwohl ich mich in Rechtskurve viel wohler fühle und mich auch gefühlt mehr reinlege.

    Liegt dann vielleicht daran das ich links unbewusst mehr drücke statt lege!?...

  • Auf Kante gefahren sind beide Seiten, ist mir aber ehrlich gesagt wumpe. Profilmäßig ist zuerst auf der linken Seite das Minimum erreicht

    oh sorry falsch verstanden Denkfehler meinerseits.

    vom Profil weis ich gar nicht welche Seite zuerst runter ist. Werde ich beim nächsten Wechsel aber mal darauf achten.

    Vermute mal auch linke Seite...

  • Nicht im Kopf hadern, locker bleiben, langsamer anfangen Kurven zu heizen.

    Ich mag keine Rechtskurven, da kann ich auch weniger die Strecke einsehen.

    Wenn das so ist, weiss ich nicht was in, oder hinter der Kurve ist. Dann langsamer.

    Linkskurven sind einsichtiger. Der Kopf sollte schon möglichst aufrecht bleiben, nicht waagerecht.

    Nicht so nah am gedachten, oder vorhandenem Mittelstreifen fahren. johannes meint wohl in der rechten Spur von Autos bleiben. Nicht übel die Taktik, aber die Bankette ist da manchmal nicht mehr weit entfernt.

  • Ohne jetzt alles gelesen zu haben hört sich der erste Beitrag des Threads für mich danach an dass du dich bei Linkskurven zu sehr mit der linken Hand am Lenker abstützt. Probier Mal dich nach vorne zu lehnen und dabei aktiv das Gewicht vom Oberkörper mit dem Rücken zu halten während du mit deinen Beinen den Tank "einklemmst". Dann seitlich vom Motorrad lehnen, sodass der Helm ungefähr auf Höhe des Spiegels ist. Der Arsch muss dazu nichtmal vom Sitz.

  • In Linkskurven ist es bsonders wichtig, _vorher_ auf die rechte Fahrbahnseite zu fahren und dann auch noch betont spät einzulenken. Das ist aber für die allermeisten Menschen kontraintuitiv ("sooo viel Platz mitten auf der Straße und ich fahre hier am Rand"), zumal man dadurch ja lange am vermeintlich (!) unsicheren, äußeren Fahrbahnrand verbleibt.


    Wenn aber etwas gegen die eigene Intuition läuft, wird es auch erst einmal bemüht und verkrampft bleiben, man kann das nicht so einfach abstellen - denn der unbewußte, innere Widerstand bleibt ja bestehen. Da hilft nur, derartige Dinge systematisch und immer wieder mit bewußt durchgeführten Handlungsabläufen zu trainieren. Früher oder später klappt das dann auch unbewusst - kann aber dauern.


    Für die Landstraße hat sich bei uns folgendes bewährt:

    1. Gut als Trockenübung geeignet: Grundhaltung einnehmen. Entspannt, Lenker locker in der Hand, Ellenbogen leicht oder sogar betont angewinkelt - und zwar zur Seite - nie nach unten hängend, der Oberkörper wird durch die Körperspannung, also nicht durch die Griffe gestützt. Gerade letzteres gilt später vor allem auch beim Beschleunigen oder Bremsen nach und vor den Kurven.


    2. Immer noch zunächst als Trockenübung in der Garage gedanklich und vom Bewegungsablauf her Links- und Rechtskurven fahren. Also erst den Lenkimpuls, dann Oberkörper leicht nach innen/unten, dabei den inneren Ellenbogen stärker abwinkeln, den äußeren etwas strecken. Lenker locker in der Hand!


    Wer unbedingt möchte, kann auch den Hintern etwas nach innen nehmen, das bringt aber anfangs nur Unruhe und damit Unsicherheit ins Spiel. Gleiches gilt für die Knie, die bleiben am Tank - wie soll man sich sonst beim Bremsen/Beschleunigen über den Körper abstützen?


    3. Kurven betont außen anfahren: immer etwa 0.5-1m vom äußeren Radius entfernt anfahren, also in Rechtskurven näher an der Mittellinie, in Linkskurven halt weit rechts am Rand. Lenker locker in der Hand, etwa so, als wenn da eine schon etwas braune Banane drin wäre, deren klebrige Matsche man nicht zwischen den Fingern haben möchte.


    4. Bewusst spät einlenken und erst hinter dem Kurvenscheitel, also am Kurvenausgang, etwas nach innen ziehen, anfangs ggf. sogar einfach außen bleiben. Beim Beschleunigen Körperspannung halten, nicht an den Lenker hängen (Banane!).


    5. Nach der Kurve wieder bewusst mittig und mit symmetrischen Ellenbogen auf's Mopped setzen. Wer zusätzlich mit dem Hintern nach innen gerutscht war: auch die Kimme wieder mittig!)


    Diese Punkte kann anfangs niemand allesamt am Stück oder gar gleichzeitig durchführen, also trainiert man vieles erst im Stand und vielleicht gedanklich auf der Wiese in der Sonne liegend. Erst später nimmt man sich die einzelnen Dinge nacheinander auf der Straße zur Brust und kombiniert sie schließlich zunehmend in einer runden, flüssigen und entspannt-lustvollen Übung.


    Manche kleine Fehler halten sich echt hartnäckig, ich z.B. hänge auch immer mal wieder viel zu gern am Lenker, bzw. stütze mich beim Anbremsen immer noch hin und wieder darauf ab. In langgezogenen Rechtskurven bin ich oft zu früh innen und versaue mir dadurch selber die Sicht auf den Kurvenausgang. Und das mit dem vorher nach innen/unten lehnen und dem Arbeiten mit den Ellenbogen klappt auch so nach etwa 1-2h Fahrt immer öfter nicht rund und flüssig - spätestens dann muss also eine Pause her. Und danach macht das lustvolle und entspannte 'sich in die nächste Kurve schmeißen' auch wieder noch mehr Spaß!

  • Lenker locker in der Hand, etwa so, als wenn da eine schon etwas braune Banane drin wäre, deren klebrige Matsche man nicht zwischen den Fingern haben möchte

    Alles klärchen werde dann heute mal meine Banane sanfter umfassen... :lachen

    Einmal editiert, zuletzt von MT07-2018 ()

  • Kurven so lange wie möglich außen anfahren, wird übrigens auch beim ADAC geschult. Erst dann einlenken, wenn man das Ende der Kurve sehen kann. Erstens ist der radius außen größer, und damit weniger Schräglage erforderlich (oder höheres Tempo möglich), zweitens sieht man früher, was hinter der Kurve ist, und wird auch früher vom Gegenverkehr gesehen. Übe ich genauso bei jeder Fahrt seit meinem Wiedereinsteiger Training.

    Mir hilft es, bewusst nicht den Kurvenscheitel anzupeilen, sondern den jeweiligen Außenrand.

  • Das Ziel ist zu lernen, dem Mopped wie ein guter Reiter nur die richtigen, möglichst sparsamen, aber präzise dosierten Inputs zu geben. Denn dann wird es auch genau dort hin fahren, wo wir es über die richtige Blickführung ganz automatisch hinlenken. Blickführung wäre aber noch mal ein eigenes Thema, weil es sehr wesentlich zu einer handwerklich sauberen Fahrweise beiträgt.


    Ansonsten müssen wir lernen, dem Mopped zwischen unseren möglichst sparsamen Inputs feinfühlig zuzuhören. Hier ist vor und in der Kurve der Vorderradreifen mit Abstand das interessanteste, der kann mir sehr viel über seine jeweiligen Haftungsreserven verraten. Und genau dieses Gefühl von "alles weit im grünen Bereich" gibt einem Sicherheit, es braucht nur Zeit und Übung, um sich zu entwickeln. Vor allem aber muss man durch eine aktive, aber entspannte und vorderradorientierte Haltung dafür sorgen, dass man die nötige Aufmerksamkeit und Sensibilität auch erst mal aufbringen kann.


    Später, beim Beschleunigen aus der Schräglage heraus wandert dann die Aufmerksamkeit nach hinten. Da spürt man, wie das Mopped schon mal ein bisschen aus der Spur läuft, weil der Hinterradreifen versetzt oder gar bei Überlastung einknickt. Auch dieses gelegentliche, harmlose Wegzucken oder Rumeiern ist eine Gutschrift auf das Konto der Erfahrung. Es lehrt einen, wo die Grenzen liegen und hilft damit, sich zukünftig noch weiter aus den Grenzbereichen herauszuhalten. Und auch das klappt nur, wenn man zunächst mal handwerklich sauber fährt und dann auch Zeit hat, locker und konzentriert auf diese Feinheiten zu achten.


    So, Ende der Sonntagspredigt, denn jetzt scheint hier endlich die Sonne und die Straßen sind trocken. Wir fahren jetzt 'ne Runde ...

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