Ventilkappe sorgte für platten Reifen

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  • ..Wenn die Ventile nicht ganz in Ordnung sind verliert man wenigstens nicht urplötzlich den Luftdruck wenn man mit der MT-07 mit 250 bis 300 km/h den sehr steilen Berg hinunter fährt.

    ..

    Könnte das eine/r der hier Anwesenden bitte nachrechnen... :kaffeemuede

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  • Hier mal ein paar Zahlen für die die daheim nachrechnen Wollen.


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    Vier handelsübliche Ventileinsätze, kommen zusammen auf meiner Küchenwage auf 3g.

    Da sie zwischendurch hin und wieder auf 2g umspringt sind die 3g wohl schon die Obergrenze.

    Macht also zwischen 0,5 und 0,8g pro Einsatz. (mit mehr als einer Nachkommastelle brauchen wir uns bei dem Messaufbau wohl nicht beschäftigen ;) )


    Allerdings ist das noch nicht das relevante Gewicht!

    Nur der innenliegende Stift bewegt sich und der macht nur einen Teil des Gewichts aus.

    (https://de.wikipedia.org/wiki/Fahrradventil#Schraderventil ->Siehe Animation)

    Allerhöchstens 50% des Gewichts des Einsatzes entfallen auf den Stift (eher weniger).

    Ich nehmen einfach mal 0,3-0,4g an.


    Das Ventil (also der Stift in der Geschlossen-Position) wird nicht nur durch den Luftdruck zugehalten, sondern auch durch eine Feder.

    Meine vier Einsätze verhalten sind nicht gleich.

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    Der Einsatz mit der schwächsten Feder lässt trotzdem noch mindestens ca. 250g Belastung zu ohne,

    dass ich eine Bewegung fühlen kann.

    Die anderen drei erreichen knapp 400g, bevor sich etwas bewegt.

    Etwas undicht sind sie möglicherweise schon vorher.


    Präzise Messung ist anders. ;)


    Trotzdem schätze munter weiter:


    Mal angenommen, das schlechteste meiner Ventile würde bei 200g Belastung undicht und der Stift wiegt 0,4g.

    Dann müssten eine Beschleunigung von 500G auf den Stift wirken um (Luftdruck außenvor) das Ventil zu öffnen.


    Alternativ könnte man auch sagen, dass die Feder 1,9N Zentrifugalkraft ohne Undichtigkeit widerstehen könnte.


    Abrollumfang 180/50 17 = 1,64m

    200km/h -> 55,5m/s -> 33,9 U/s Drehzahl

    Das Ventil sitzt ja in der Felge und nicht außen am Rad->

    Umfang Felge 1,36m mal Drehzahl -> 46m/s Radialgeschwindigkeit

    Radius Felge 0,216m


    Kraft auf die Ventilfeder bei 200km/h = 0,0004kg * (46m/s)² / 0,216m

    Kraft auf die Ventilfeder bei 200km/h = 3,9N (EDIT/Nachtrag: es sind also ca. 1000G)


    Demnach würde es also locker reichen um das Ventil zu öffnen.


    Es darf gerne unabhängig nachgerechnet werden ;)

  • Breeze

    Oki dann behalte ich die shimmy Neigung im Blick. 👍🏽 Hab auf jeden Fall draus gelernt. 🤗


    Anubis36

    Der Reifen war auf jeden Fall komplett platt. Ich konnte den Reifen mit der Hand nach innen drücken.

    Komischerweise hat es sich beim fahren und schieben nicht so angefühlt, als würde man auf der Felge fahren. Vielleicht war wirklich noch ausreichend Rest Luftdruck vorhanden, so dass man quasi minimal noch über der Felge war.


    @Mathematik Gurus

    Respekt was ihr da rechnen könnt. 😁

  • Ich bin echt nicht gut in Mathe und Physik, aber wenn man 500g benötigt um das Ventil zu öffnen und bei 200 Km/h 1000g entstehen, sollte das Ventil schon bei Geschwindigkeiten ab 100 km/h aufmachen. Dann fährt man also ohne Ventilkappe Autobahn und durch die vielen Brems- und Beschleunigungsmanöver, aufgrund der vielen Trottel vor einem, hätte man nach einigen 100 Kilometern einen Platten? :verdutzt


    Gruß Dirk

    In Continental we trust :rocker

  • Ich bin echt nicht gut in Mathe und Physik, aber wenn man 500g benötigt um das Ventil zu öffnen und bei 200 Km/h 1000g entstehen, sollte das Ventil schon bei Geschwindigkeiten ab 100 km/h aufmachen. Dann fährt man also ohne Ventilkappe Autobahn und durch die vielen Brems- und Beschleunigungsmanöver, aufgrund der vielen Trottel vor einem, hätte man nach einigen 100 Kilometern einen Platten? :verdutzt


    Gruß Dirk

    Die Geschwindigkeit geht hier quadratisch in die Formel ein.

    Daher sind es bei 100km/h fast exakt 250G, also nur ein Viertel.

    Bei etwa 141km/h geht es bei der MT am Rand der Felge über die 500G.


    In der Realität sitz das Ventil etwas weiter Innen (wenn es etwa 2,5cm weiter innen liegt, wird die 500G Grenze erst bei 151km/h erreicht)

    Wahrscheinlich ist der Stift um Ventil leichter als 0,4g. Wenn er etwa nur 0,2g wiegt, wären 1000G nötig.

    Eventuell hält die Feder auch einem höheren Gewicht stand, mein Messaufbau hat noch Raum zur Verbesserung ;)


    Wahrscheinlich hält der Luftdruck das Ventil noch zusätzlich zu. (das vermag ich aber nicht zu Schätzen oder zu errechnen)

  • Ich bin kein Ingenieur, Eure Berechnungen und Versuche finde ich faszinierend. Das Gewicht dieses Stiftes zu ermitteln und wie sich durch die Fliehkraft bei hoher Geschwindigkeit sein "Gewicht"erhöht, Chapeau. Mit einer Waage testen, welche Kraft es braucht, um den Stift zu bewegen, alles in Ordnung.

    Aber Euch ist leider nicht aufgefallen, das der Stift durch die Fliehkraft nach AUSSEN gedrückt wird und somit für beesere Abdichtung im Ventil sorgt.

    Boah ich hab Winterdepression :pop2corn

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