Gebrauchtkauf: Euro5 oder 4?

Du siehst das Forum als Gast - als registriertes Mitglied stehen dir alle Forenbereiche zur Verfügung. Wir freuen uns auf dich!

  • Hallo Zusammen,

    Euro 5 habe ich schon gefahren und für i.O. befunden. Es wurde häufiger die ruppige Gasannahme bei den Euro4-Modellen bemängelt, hab ich aber noch nicht gefahren. Frage an die, die den direkten Vergleich kennen, Ist Euro 4 so viel schlechter? Lohnt es sich beim Kauf auf Euro5 zu gehen?


    Danke und GruSs,

    Michael

    GruS Michael

  • Hallo Michael,

    ich fahre seit fast 3 Jahren eine Euro 4 Maschine (Baujahr 2018)...ich weiss nicht wie man sich bei diesem Motorrad über ruppige Gasannahme auslassen kann. ich habe da Null Probleme.....Wegen der ruppigen Gasannahme brauchst Du keine Euro 5 Maschine kaufen, da geht es meiner Meinung mehr um die Optik.....und die ist ja Geschmackssache....wenn ich an die Euro 5 Auspuffanlage denke....Viel Spass und glück mit Deiner Entscheidung

  • Hallo Michael,

    ich fahre seit fast 3 Jahren eine Euro 4 Maschine (Baujahr 2018)...ich weiss nicht wie man sich bei diesem Motorrad über ruppige Gasannahme auslassen kann. ich habe da Null Probleme.....Wegen der ruppigen Gasannahme brauchst Du keine Euro 5 Maschine kaufen, da geht es meiner Meinung mehr um die Optik.....und die ist ja Geschmackssache....wenn ich an die Euro 5 Auspuffanlage denke....Viel Spass und glück mit Deiner Entscheidung

    Wie äußert sich ruppige Gasannahme ?

    Wenn ich im zweiten Gang bei 7000/min das Gas aufreisse wirds schon ruppig, dabei steigt möglicherweise das Vorderrad hoch.... :mega

  • Meine Euro 4 hatte das am Anfang auch, besonders im 3. Gang, wenns zu untertourig wurde. Aber irgendwie hab ich das Gefühl, dass das besser geworden ist. Mittlerweile 16.000km drauf, und dieses Geruckel, dass anfangs definfitiv da war is so gut wie weg, bzw. deutlich weniger geworden. Entweder hat das was mit Adaptionswerten zu tun, oder sowas, die mit der Zeit "dazulernen", oder es war doch eher ein mechanisches Problem und nun ist sie richtig eingefahren, oder meine rechte Hand ist einfach sensibler/geübter geworden, so dass ich es kaum noch wahrnehme. Letzteres glaube ich allerdings am Wenigsten, es ist definitiv geschmeidiger geworden.


    Und nein, die Kiste hatte außer der 1.000er Einfahrkontrolle keine Inspektion mehr, überhaupt kein Werkstattaufenthalt, auch kein Softwareupdate oder so, ich schraube nämlich (bisher) alles selbst.


    Von daher keine Angst vor Euro 4 !

  • Nee, so isses nicht.

    Es hat mich ja am Anfang massiv gestört, ganz schlimm wars in Kurven, die Du locker im 3. Gang durchfahren kannst, wenn Du da alles mit der Gashand regeln wolltest war das furchtbar, Gas weg nehmen bis zum Scheitelpunkt war kein Problem aber dann das Herausbeschleunigen, egal wie sanft ich das probiert hab, irgendwann kam dann immer dieser Ruck. Wenn Du da noch in starker Schräglage bist schmiert schon mal kurz das Hinterrad, weil Traktionskontrolle gibts ja nich.


    Dieses plötzliche, leicht verzögerte Einsetzen der Leistung, dann aber gewaltig, hat mich Einigemale erschrocken. Und genau das ist viel besser geworden, sie spricht mittlerweile viel feinfühliger an, der Ruck ist fast weg.

  • No, alles gecheckt, war eher zu groß, hab ich knapper eingestellt.

    Auch die Kettenspannung hatte ich schon in Verdacht, aber alles ok.

    Wie gesagt, es ist ohne mein Zutun sanfter geworden.

  • Es stimmt, der CP2 geht schon etwas heftiger ans Gas als viele andere Moppeds. Das hat gleich mehrere Ursachen und es gibt auch mehrere Abhilfen.


    Die Hauptursache besteht nach meiner Beobachtung ganz einfach darin, dass die meisten Leute, die neu auf die MT/XSR kommen, diesen satten Schub unten raus nicht gewohnt sind oder einfach nicht damit rechnen. Deshalb überrascht sie dieser heftige und unmittelbare Vorwärtsdrang. Das legt sich aber mit zunehmender Erfahrung auf diesen Moppeds - man fängt früher oder später an, das Ganze richtig zu genießen.


    Eine weitere, wichtige Ursache ist aber auch die Motorabstimmung, die aus der Schubabschaltung (also Gas ganz weg) beim ersten Gasanlegen nach kurzer Verzögerung einen recht steil ansteigenden Drehmomentverlauf erzeugt. Das machen aber mehr oder weniger ausgeprägt fast alle modernen und wg Euro 3/4/5 immer magerer abgestimmten Moppeds. Gegen die damit verbundene Unruhe in Kurven kann man zum Glück gleich mehrere Dinge unternehmen. Der Königsweg besteht darin, in der Kurve schon _vor_ dem Kurvenscheitel auf Zug zu gehen, also direkt nach der Brems- bzw. Verzögerungszone leicht das Gas anzulegen und am Kurvenausgang dann nur noch weiter aufzuziehen.


    Ich verbinde das immer mit kurzen, möglichst präzise dosierten Gasstößen die nach jedem Runterschalten für eine saubere Drehzahlangleichung zwischen Motor und Getriebeeingangswelle sorgen. Nach so einem Gasstoß ruckt es dann beim Einkuppeln praktisch überhaupt nicht und wenn man dann auch sofort nur so viel Gas gibt, dass die Karre ohne Beschleunigung gleichmäßig durch die Kurve zieht, gibt es auch beim weiteren Gasgeben keinerlei Ruck. Das setzt natürlich voraus, das man die Kurve richtig eingeschätzt hat und nicht mittendrin wieder vom Gas muss. Hat man sich aber doch mal verschätzt, kann man nach dem Gaswegnehmen auch kurz die Kupplung zu Hilfe nehmen, um diesen Ruck zu glätten.


    Und bei sehr langsamen Kurven, z.B. Spitzkehren, sollte man sich ohnehin angewöhnen, die Kupplung zu benutzen und nicht im Standgas da durch zu treckern. Das geht viel geschmeidiger und es schadet auch nichts, denn unsere Kupplungen laufen ja im Ölbad, das Überhitzung und Verschleiß vermeidet. Das Ganze braucht ein bisschen Übung. Gerade den Einsatz der Kupplungshand kann man schön auf einem Parkplatz üben. Zunächst übt man mal, so langsam geradaus zu fahren wie es nur irgendwie geht. Das kann man auch mit den Kumpels als Wettrennen machen, nur das hier derjenige gewinnt, der eine vorgegebene Strecke als letzter absolviert hat.


    Im nächten Schritt übt man, zunehmend engere Kreise und später auch Achten zu fahren. Am besten legt man sich als Referenz ein paar Bierfilze oder ähnliches auf den Boden und zieht dann den Kreis einfach immer enger. Das geht am Ende tatsächlich komplett mit dem Lenker am Anschlag erstaunlich eng. Dabei immer schön mit dem Fuß auf der Bremse, mit der rechten Hand bei Bedarf kurze Gasstöße gebend und mit der linken Hand die Kupplung fein dosierend. Irgendwann kann man das, dann denkt man auch in Kehren gar nicht mehr darüber nach und entschärft eine drohende, harte Gasannahme ganz automatisch mit der Kupplung. Ganz nebenbei verlieren durch diese Übung auch Wendemanöver auf einer engen Straße komplett ihren Schrecken.

  • Sehr geile Erklärung!


    Ich habe als „Anfänger“ mit noch nicht eingefahren Motorrad (2700km) genau die selben Erfahrungen mit der ruppigen Art gemerkt und werde deine Vorschläge im Frühjahr umsetzen. :brauen

    Bitte melde dich an, um dieses Bild zu sehen.

    Lɪᴄʜᴛ﹕ Pʜɪʟʟɪᴘs Cᴏᴏʟ Bʟᴜᴇ Iɴᴛᴇɴsᴇ

    Kᴇɴɴᴢᴇɪᴄʜᴇɴʜᴀʟᴛᴇʀ﹕ Eɪɢᴇɴʙᴀᴜ

    Kᴇɴɴᴢᴇɪᴄʜᴇɴʙᴇʟᴇᴜᴄʜᴛᴜɴɢ﹕ Yᴀᴍᴀʜᴀ LED

    Aᴜsᴘᴜғғ﹕ Aʀʀᴏᴡ Bʟᴀᴄᴋ Tʜᴜɴᴅᴇʀ

    Sᴘɪᴇɢᴇʟ﹕ Hɪɢʜsɪᴅᴇʀ

    Bʟɪɴᴋᴇʀ﹕ Lᴀᴜғʟɪᴄʜᴛ JPM Pᴀʀᴛs

    Lenker : ABM Superbike Titan gebürstet

    Lenkererhöhung : Voigt MT



Diese Inhalte könnten dich interessieren: