Straßenenduroreifen für die Tracer Pirelli Scorpion Trail II/ Continental TrailAttack III

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  • Ich fang hier mal an über meine Erfahrungen mit dem Pirelli Scorpion Trail II zu schreiben.


    Ich glaube an diesen Reifen wird bei der Suche nach neuen Reifen, insbesondere bei der Tracer, einfach nicht gedacht, obwohl es ein anerkannt guter Reifen ist.


    Eigentlich ist er eher kein Enduro-Reifen, sondern ein Tourensportreifen. Die Verwendungsangabe von 95/5 Straße/Offroad kann man, glaube ich, getrost vergessen.


    Ein Roadtec01 wird auf einer trockenen Schotterpiste auch nicht viel schlechter sein.


    Gestern war bei 20 Grad der erste Tag um mit dem neuen Reifen mal wieder die Schleifer der Sportstiefel zu benutzen. Und ich nehme es schon voraus...endlich eine fahrdynamisch akzeptable Pelle auf der Tracer, die das auch umgesetzt hat, wofür die Tracer eigentlich gemacht ist. Bin ich froh die Werksbereifung in Form des Road 4 frühzeitig runtergezogen zu haben. Mit diesem komischen Querschnittsdesign des Vorderreifens war eine genaue Linie eher dem Zufall geschuldet und oft Korrekturen nötig.


    Deshalb stach natürlich gleich die hervorragende Zielgenauigkeit des Scorpion Trail II ins Auge. Er nimmt die Schräglagen durchgehend linear ein. Es ist keinerlei Bereich feststellbar, indem er plötzlich stärker reinfällt oder oder wo man noch etwas Nachdruck am Lenker braucht.


    In Kombination mit einer Handlichkeit bzw. Leichtfüßigkeit, mit der der Trail II Richtungswechsel zulässt, ist es eine Freude schnelle Wechselkurven zu fahren. Auch hier war der Road 4 etwas steif um die Hüfte.


    Liegt er auf einer Linie, egal welche Schräglage, ist das Feedback glasklar. Serpentinen, eine Freude, fast auf der Raste (natürlich ohne Nippel :freak ), vertrauenserweckend stabil, nie sind ansatzweise Zweifel an der Haftung aufgekommen. Beim Angel GTII war das Feedback lange nicht so gut, eigentlich ging es fast gen Null, da musste man einfach drauf vertrauen, dass er hält (was er auch tat).


    Aufstellmoment beim Bremsen in Schräglage liegt auf einem völlig akzeptablen Level, ohne zu starke Hebelwirkung.


    Geradeauslauf auf der BAB: Absolut stabil (max. 180 Km/h)


    Bremsstabilität: Keine Auffälligkeiten, man merkt schon, dass er dafür konzipiert ist, auf schwereren Maschinen sportlicher und schneller bewegt zu werden.


    Eigendämpfung würde ich nur einen Hauch unter dem Niveau des hierfür bekannt guten Roadtec01 einordnen, oder anders rum, höher als beim Pirelli Angel GT II.

    Deshalb ist er auch uneingeschränkt als komfortabler Begleiter auf Reisen mit leichteren Maschinen einsetzbar.


    Ich weiß, der Reifen ist schon lange auf dem Markt, unzählige Testberichte sind hier schon veröffentlicht worden. Kann vielleicht aber nichts schaden, den Reifen noch auf der Tracer zu beleuchten, da er nach meinen ersten Eindrücken auch ganz gut zum Sporttouring-Segment passt.


    Profiltiefe:


    Vorne mittig 4,2, außen 4,1

    Hinten mittig 6,6, außen 4,7


    Schau mer mal, wie weit er läuft.


    To be continued .....with gravel, cats and dogs, lower temperature, etc.

  • Nachdem ich mir kurz vor der Griechenlandreise einen Stahlstift hinten eingefahren hatte, kam hinten ein Conti TrailAttack III drauf.


    Er hatte neu 7,2 mittig. Jetzt nach 4334 Km hat er noch 4,9 mm. Scheint also ganz gut zu halten.


    Der vordere Pirelli hat jetzt 5289 Km runter und liegt bei 3,5 mm. Hat also 0,7 mm verloren. :daumen-hoch

  • Endstand für den vorderen Pirelli Scorpion Trail II nach einer Schwarzwald Tour waren 11.800 Km.


    Aussen links ist er abgefahren, die Mitte ist kurz davor.


    Keine schlechte Leistung, wenn man bedenkt, dass der Reifen die Hälfte der Laufleistung bei Temperaturen um die 35 Grad nach Griechenland, bei einer Kroatien-Tour, im Erzgebirge und nun im Black Forest ran genommen wurde.


    Fazit: Der Reifen, mit einer stärkeren Karkasse, kostet mehr, als ein herkömmlicher Tourensportreifen.


    Die 20 bis 30 Euro müssen sich auch irgendwie rechtfertigen.


    Ich habe ihn gewählt, weil ich etwas mehr Sicherheit auf den schlechten Pisten haben wollte. Man kann auf solchen Reisen immer mal in tieferes Schlagloch geraten oder einen grossen Stein touchieren.


    Da er sich sonst völlig neutral verhalten hat und ich eigentlich nix zum Meckern habe, kann ich ihn für Tourenfahrer empfehlen, die gerne oder zwangsläufig schlechte Straßen fahren.


    Nix zu Meckern heisst, dass er keine auffälligen Schwächen hat.


    Das Feedback könnte noch besser sein und die Eigendämpfung auch. Das liegt aber in der Natur der Sache, sprich der stärkeren Karkasse. Auf den letzten ca. 2000 km hat das Shimmy bei ca. 60 Km/h etwas zugenommen.


    Schauen wir mal, was der Conti Trail Attack 3 macht, der die Tage vorne drauf kommt. Der muss sich dann im September in Marokko bewähren.

    5 Mal editiert, zuletzt von Breeze ()

  • Breeze

    Hat den Titel des Themas von „Pirelli Scorpion Trail II“ zu „Straßenenduroreifen für die Tracer Pirelli Scorpion Trail II/ Continental TrailAttack III“ geändert.
  • Entstand für den hinteren Conti TrailAttack III war bei 11.800 Km mit 1,8 mm Restprofil. Der vordere Pirelli Scorpion Trail II hat es ja ebenfalls auf die Kilometerzahl geschafft.


    Die Laufleistung geht in Ordnung, war es doch sehr heiß auf meinen Touren und besonders im Schwarzwald hat er bei etwas zügiger Fahrt die berühmten Conti-Würste abgeworfen.


    Ich musste mit dem Reifen auch einige Autobahnkilometer zurücklegen. Summa summarum denke ich, dass es an die 2000 Km waren, die meist um die 160 Km/h zurückgelegt wurden.


    Viele Pässe, viele Küstenstraßen, sprich viel Beschleunigungs- und Bremsvorgänge.


    Wie auch der Pirelli Scorpion Trail II, hat er eine etwas stabilere Karkasse als reine Tourensportreifen, Die Eigendämpfung ist aber ein Quentchen besser als die des Pirelli.


    Leider kann ich zu Kälte und Nässeperformance noch nichts beitragen, da ich gerade mal 5 Tropfen in Griechenland und einen kurzen Gewitterschauer im Erzgebirge erlebt habe. Warten wir also auf den Herbst.


    Derzeit ist wieder mal Mischbereifung angesagt, da der hintere Conti bei den gängigen Händlern ausverkauft ist. Vermutlich hat man erst im Dezember eine Chance einen zu bekommen ( es gibt schon noch Angebote, die nutzen den Lieferengpass aus und verlangen mal locker 234,- Euro für den hinteren---No Go).


    Also nun vorne Conti, hinten Pirelli. Nach dieser Kombination, ziehe ich dann mein abschließendes Fazit, ob ich mir diese 90% Straße/10 % Schotter-Reifen noch mal aufziehen würde und wenn ja, für welche Touren.

  • Ja, nun, nach Marokko, kommt ein abschließendes Fazit.


    Der erste Aspekt ist die Stabilität bzw. die härtere Karkasse.


    Im Vergleich mit aktuellen Tourensportreifen habe ich auf beiden Marken weniger Komfort.


    Auf der anderen Seite haben weder Pirelli, noch Conti, auf schlechten Straßen und Schotterpassagen auf 5.500 Km irgendwelche Luftdruckverluste gehabt.


    Logischerweise ist auch ein Profil, dass ganz nach außen geht, besser wenn man sich durch tiefen Schotter lavieren muß.


    Ich würde aber dem älteren Pirelli den Vorzug geben, weil der Conti beim normalen Fahren auf der Strasse in der 17 Zoll Größe ein sehr ausgeprägtes Aufstellmoment beim Kurvenbremsen hat.


    Ansonsten geben sich beide Reifen nichts.


    Nun noch die aktuellen Verschleißwerte.


    Der Pirelli Scorpion Trail II hat hinten nach 6100 Km noch 4,2 mm.


    Der Conti Trail Attack 3 hat vorne nach 6900 Km noch 4,4 mm. Das ist eigentlich Wahnsinn, ein Verlust von 0,6 mm. Der Reifen hat dann noch 2,8 mm übrig bis zur Verschleißgrenze.


    Schauen wir mal, ob er den Roadtec01 toppt, mit dem ich vorne fast 20.000 bei Reise-/Touringbetrieb geschafft habe.


    Für extremere Reisen kann ich diese Reifen für die Tracer empfehlen und sie machen die Reise ein Stück weit sicherer. Für normales Touring rechnet sich der Mehrpreis nicht, wenn man einen richtigen, anderen Reifen kauft.


    Wie man hier schon öfter von mir lesen konnte, bin ich, als Allwetter-/und Dauertourer, absoluter Metzeler Roadtec 01 Fan. Den ich als richtigen anderen Reifen für ähnliche Unternehmungen erachte.

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