Federung richtig einstellen, hinten und vorne

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  • Hallo zusammen,


    das hier ist mein erster Beitrag in diesem Forum, falls ich Fehler mache, tut mir das leid.


    Zum Thema:


    Ich hab mir eine Tracer 700 (Bj. 2020) zugelegt. (Letztes Jahr)


    Gestern musste ich zum ersten Mal so richtig in die Eisen, da mir ein PKW die Vorfahrt genommen hat. Dabei ist mir die Feder so schnell eingetaucht, dass ich während dem Bremsen einen dicken Stoppi hingelegt habe.


    Natürlich hab ich nach dem kauf vom Motorrad das Bremsen selbst getestet aber da war das nie so schlimm. (oder ich hab's nicht richtig gemacht)


    Wenn ich normal Bremse, taucht die Gabel auch schnell ein und das Heck wird leicht.


    Da kommt mir der Gedanke, dass ich die Federung mal richtig einstellen sollte. (Hab ich noch nicht gemacht, da ich dachte, dass es so gut ist, was es vermutlich aber nicht ist)


    Leider komme ich mit der Anleitung im Handbuch überhaupt nicht klar, ich bin ein richtiger Laie, was das Thema angeht. Könntet ihr mir daher paar Tipps und eine Anleitung geben, wie ich das gut hinbekomme?


    Zu mir: Ich bin 188 cm groß und wiege 104 kg. Mir ist klar, dass das nicht so gut ist, daher hab ich jetzt auch angefangen viel Sport zu machen um mein Gewischt zu Senken ;)


    Ich freue mich sehr auf eine Antworten, danke :D

  • Ich kann Dir nur raten erstmal an der Vorspannung zu arbeiten.


    Ab Werk ist die Gabel mit meinen 70 Kg viel zu weit eingetaucht. Sprich der Negativfederweg war zu groß.


    Aktuell fahre ich eine Vorspannung von 10,6 mm.


    Du darfst bis auf 5 mm vorspannen.


    Um das von oben zu messen brauchst Du natürlich eine Schieblehre.


    Oder anders mit Bild, 4 Ringe sichtbar.


    Bitte melde dich an, um diesen Anhang zu sehen.


    Das nur mal als Anhalt, dass Du vermutlich noch stark vorspannen musst.


    Zum Einstellen des Negativfederweg musst Du dich halt anlesen und die Gabel entlasten können.

  • Hallo zusammen,


    Grüße an alle:

    Ich bin der Adi aus Münster, ganz neu hier im Forum und erst seit etwas über einer Woche Tracer 700-Besitzer (BJ 2020). Und bin ziemlich begeistert vom Mopped!


    Ich hoffe mein Post ist hier als Antwort richtig aufgehoben. Ich hatte noch keine ungewollten Stoppies bei ABS-Bremsungen, aber es geht ums Fahrwerk:


    Meine Maschine (gebraucht) fuhr sich bei der Probefahrt ganz gut, allerdings etwas "steifer" als die Vorführmaschine beim Händler, die ich einige Monate vorher fuhr. Ich hab dann das Fahrwerk nach Handbuch in allen Möglichkeiten Zustufe und Vorspannung vorne und hinten zunächst auf Mittel gestellt und nach einer ersten Testfahrt alles eine Stufe/ein bisschen weiter Richtung "straff" (in Anführungszeichen, ihr wisst was ich meine) gestellt. War im Stadtverkehr und im Kreisel erstmal ok.


    Dann sind wir eine mehrtägige Tour in die Eifel und nach Luxemburg gefahren, wo ich gar nicht mit dem Mopped zurechtkam. Einlenken fühlte sich schon komisch an. Und Korrekturen in der Kurve, z.B. leichtes Bremsen egal ob vorne oder hinten, auch schon Gas zumachen führte zu meiner Meinung nach heftigen Reaktionen: So als ob ein Sozius sich in der Kurve in die falsche Richtung lehnt. Das Heck richtete sich übel auf. Ich hatte nach ein paar hundert Km richtig Schräglagenangst und 3 cm Angststreifen am Reifen und stand sogar im kurvigen Geläuf dem Kumpel mit dem FJR1300-Panzer im Weg.


    Hab dann zum Leidwesen der Mitfahrer alle paar Km angehalten, Negativfederwege gemessen, eingefedert... und immer nur an einer Stellschraube gedreht, bis es ging. Zwischendurch hatte ich den Effekt, dass das Hinterrad beim Runterschalten früh blockiert, nach der nächsten Einstellung lief die Kiste nicht mehr geradeaus oder hinter kleinsten Spurrillen hinterher usw.


    Ich bin schwer beeindruckt welche massiven Auswirkungen die Fahrwerkseinstellung haben kann, konnte bei meinen bisherigen Moppeds auch nur die Vorspannung hinten einstellen.

    Größten Einfluss hatte bei mir die vordere Vorspannung, wo eine Umdrehung (nicht ein Ring!) zwischen ziemlich geil und fast unfahrbar entschied...


    Momentan hab ich eine gute Einstellung gefunden, allerdings wieder etwas wenig Bodenhaftung hinten.


    Bin ich jetzt die Prinzessin auf der Erbse oder habt ihr ähnliche Erfahrungen?


    Meine Zentrale Fragen jedoch sind:

    Weiche Einstellungen empfehlt oder fahrt ihr und wie kommt man am einfachsten auf die optimale Einstellung? Ich hab bei 1,90m 85kg.


    Sorry für den langen Text, vielen Dank fürs lesen und eventuelle Tipps


    Adi

    Tracer 700, BJ 2020

  • Zuerst Willkommen hier :)

    Das mit dem Rillen folgen oder auch das störische Einlekgen, kann auch an deinen Reifen liegen, wie alt sind die den oder sind die "runter".

    Im Reifentreat wir oft über die Eigenschaften der Reifenmarken gesprochen, ich zb. merke das der CRA3 zum Lebensende hin recht "Weich und bisl Schwammig" wird.

    Ich hab auch ne Tracer 7 (2021) und wollte auch bald am Fahrwerg rumschrauben, mir passt das weite Eintauchen beim Bremsen und das ausfedern beim Gasgeben nicht so wirklich. hab am Samstag ne kleine Tour mit Kollegen gelant, da werd ich mal vorher bisl am Fahrwerk Rumstellen und Berichten ob das gleich wie bei dir auch bei mir Auftritt.

  • Hi ferdi ,


    danke für die Antwort, das Einlenk- und Spurrinnenverhalten hab ich mit den Einstellungen schon verbessern können. Was ich meinte: Wird es auf der einen Seite besser taucht etwas anderes auf :)


    Die Reifen sind 2 Jahre alt Michelin Pilot Road, die Erstbereifung mit 4.000 KM. Mit dem Reifenluftdruck hab ich noch gar nicht experimentiert, fahre nach Handbuch 2,3 und 2,5 bar.


    Bin auf deine Erfahrungen gespannt.


    LG Adi

    Tracer 700, BJ 2020

  • Dann sind wir eine mehrtägige Tour in die Eifel und nach Luxemburg gefahren, wo ich gar nicht mit dem Mopped zurechtkam.

    Keine Ahnung, wie viel kg an Gepäck du mitgeführt hast, aber bei Fahrten mit Gepäck (bzw. Beifahrer) sollte man die Federvorspannung erhöhen.


    Anbei einige Links, die vielleicht einige hilfreiche Tipps für dich beinhalten:

    Das Einmaleins der Fahrwerksabstimmung: Anleitung zum Ausprobieren
    Die Fahrwerke moderner Motorräder offerieren viel­fältige Einstellmöglichkeiten. Dennoch drehen die meisten Fahrer nie an den Einstellschrauben ­ihrer…
    www.motorradonline.de

    Motorradfahrwerk
    Ratgeber Motorradfahrwerk einstellen: Anpassung der Fahrhöhe an die Beladung, Federvorspannung einstellen, Dämpfung von Druckstufe und Zugstufe anpassen
    www.tourenfahrer.de

    Federbein richtig einstellen – Motorrad
    Das Federbein richtig einstellen – warum das so wichtig ist und wie Du das Federbein richtig einstellst, erfährst Du in diesem Beitrag.
    motorrad-und-touren.ch


    Viel Spaß bei der Suche nach den für dich passenden Einstellungen :laola


    Noch ein kleiner Tipp aufgrund meiner jahrzehntelange persönlichen Erfahrungen: Manchmal ist "Weniger Mehr" oder anders gesagt, die Originaleinstellung ist meist gar nicht so schlecht ;)

  • Hallo Tigerwolf,


    vielen Dank für die Links. ich hatte mich vor der Tour schon etwas schlau gemacht. Hab ja auch schon Riesenschritte zur Verbesserung gemacht. Die Tracer ist ähnlich handlich wie meine Husky und lenkt gerade auch gut ein! Momentan vermute ich, dass die Zugstufe hinten einen Hauch zu weit zugedreht ist und das der Grund für den fehlenden Grip ist.


    Ich bin erstaunt, dass kleine Verstellungen große Wirkungen haben und dass ich schon zigmal verstellt hab (bin 1.600 km gefahren, immer die 17er Nuss und den langen Schraubendreher dabei) und noch nicht beim Optimum angekommen bin...(oder doch?).


    Zum Gepäck: Nur wenige Klamotten und Kulturvortäuschungstasche, etwas Werkzeug, ich schätze mal 15 kg verteilt auf den Soziusplatz und im Tankrucksack, die aber seltsamerweise keinen merkbaren Einfluss hatten.


    Natürlich muss man ja sowieso Kompromisse machen; handlich und weich auf einer holprigen Eifelstraße mit 1.-Gang-Kurven schränkt dann die Stabilität bei der schnellen langgezogenen Bundesstraßenkurve ein...


    Vielleicht leide ich auch unter einem Fahrwerks-Einstellungswahn :freak  :weia


    LG

    Adi

    Tracer 700, BJ 2020

  • Mach ich, hat allerdings 2 bis 4 Werktage Versanddauer.


    Ich nenne Euch mal meine bisher am Besten funktionierende Konfiguration, vielleicht hat mal jemand Lust zu vergleichen und schreibt seine Werte als Vergleich:


    VORNE:

    Vorspannung: 12 mm

    Zugstufe: 7 Klicks


    HINTEN:

    Federbein-Vorspannung: Stufe 5

    Federbein-Zugstufe: ca. eine dreiviertel Umdrehung vom Maximum aus gegen den Uhrzeiger


    LG

    Adi

    Tracer 700, BJ 2020

  • Würde Dir gerne weiterhelfen. Da ich ne olle Mt habe, bei der ein Wilbers Federbein und vorne progr. Federn drin sind, hat sich das leider erübrigt.

    Ach, CRA3 mit 2,4/2,6 bar fahren sich gut.

    90kg Fahrer.

    Wenn man die "Zugstufe " gegen die Uhr dreht, wird's hinten weicher. ( am Rad )

    Einmal editiert, zuletzt von GertMT07 ()

  • 75 KG Fahrer mit max. 20 Kg Gepäck mit folgender Einstellung zufrieden durch halb Europa:


    Vorne:

    Vorspannung 10,6 mm, vier Ringe sichtbar. 5 Klicks auf.


    Hinten Stufe 4, 1,25 Umdrehungen auf, also die Hälfte, wie vorne auch.

  • Hi ihr beiden,


    vielen Dank für die Info. Ist ja schon unterschiedlich eingestellt. So ein neues Federbein ist sicherlich noch geiler, aber mir erstmal zu teuer.


    LG Adi

    Tracer 700, BJ 2020

    • Offizieller Beitrag

    Wenn es Dir nach dem vielen "rumgestelle" nicht zusagt, stelle es doch wieder auf den Ursprungssetup zurück.
    Dann sollte es ja wieder gehen.

    #keinalpenin2023

  • vorspannung immer erst mal so einstellen, dass der Negativfederweg passt. Dämpfung dann nach Gusto. Bei dem beschriebenen Verhalten würde ich aber auch LKL und vor allem Luftdruck kalt! prüfen

  • Hi Adi, schreib mal, ob Du da was mit anfangen konntest.

    Hi Gert,


    das Buch ist echt interessant und sehr ausführlich, hab ich noch viel dran zu lesen. Danke für den Tipp.

    Muss ich dann nur noch in die Praxis umsetzen :denk

    Tracer 700, BJ 2020

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