Federung einstellen bei der Tenere700

Du siehst das Forum als Gast - als registriertes Mitglied stehen dir alle Forenbereiche zur Verfügung. Wir freuen uns auf dich!

  • Hallo, Ich las die Tage im Briten- Forum einen Beitrag ,wo es um das "Durchhängen " der Hinterradfederung ging , und habe es nicht ganz verstanden.Die Federung soll ab Werk auf 75 kg eingestellt, sein ,und Fahrer mit mehr als 110 kg würden an die Grenze der Feder des Hinteren Federbeins kommen :denk,worauf einige dieses auf Öhlins umgebaut hätten . Beispiel !: Fahrer in Voller Montur 120 kg, sackt die Tennere um 3 cm ein, was sie nicht tut und was muss ich dann Ausgleichen? Es sind doch alle Stellmöglichkeiten vorhanden (Klicks vorn u. Hinten ). Ist die Feder da schon am Ende ,so das die oberen Federringe schon aufeinander sitzen ? Sicher wer damit Sprünge absolvieren möchte kann das Federbein schon mal anschlagen .Vielleicht hab ich da was falsch verstanden .Aufklärende Hilfe wäre schön Gruss Jens:kaffeemuede

  • Man kann sich das Federbein schlecht reden, und ein 1000 € Öhlins wird besser sein, aber grundsätzlich ist das Ding auf die volle Zuladung ausgelegt. Was ich von Anfang an kritisch empfand war die volle Einstellmöglichkeit des Federbeins. Da wird dann ohne Hirn rumgeschraubt, bis es richtig scheixxe fährt und dann wird gemotzt.


    Für ein OEM Federbein ist das Ding Top. Wer dran rum schraubt sollte sich vorher informieren was er da macht, und damit meine ich nicht die Bedienungsanleitung. Da gibts von Profis auch Anleitungen (in Netz frei verfügbar). So eine Feder funktioniert nämlich oft genau anders rum, als das Hirn denkt.

  • Ich weiß nicht, wie es bei der Tenere ist, aber weder bei der MT noch XSR ist das originale Federbein was brauchbares. Ausgelegt auf volle Zuladung ist auch Quatsch, höchstens in dem Sinne, dass es nicht kaputt geht. Sonst wäre es ohne volle Zuladung absolut unkomfortabel, da die Feder viel zu hart wäre.

    Einstellmöglichkeiten sind super, da man das Fahrwerk damit auf unterschiedliche Beladungen, Fahrer und Fahrstile einstellen kann.


    Es gibt 2 Werte mit denen man die Federung einstellen kann: Den Federweg bei aufrecht stehendem Motorrad (nicht auf dem Ständer) ohne Fahrer = N1; und den Federweg bei aufrecht stehendem Motorrad (keine Füße auf dem Boden) mit Fahrer = N2.

    Faustregel ist jetzt, dass N1 20-25% des Gesamtfederwegs sein sollte und N2 30-35%.

    Man muss natürlich auch einmal voll ein- und ausgefedert messen um den Bereich festzustellen.

    Mit der Vorspannung des Federbeins (die große Mutter, die die Feder zusammenstaucht) kannst du die Grundposition einstellen.

    Wichtig: Man verändert damit nichts an der Härte des Fahrwerks oder so. Es wird lediglich N1 kleiner oder größer gemacht. Der Unterschied zwischen N1 und N2 wird gleich bleiben.

    Wenn du jetzt aber N1 auf 20% gestellt hast und N2 bei 50% liegt, bist du für die Feder zu schwer bzw. die Feder ist zu weich. Dann kann man nur noch einen mehr oder weniger schlechten Kompromiss eingehen, je nachdem, wie das Motorrad sich im Betrieb verhält. Kommt man oft beim Einfedern auf Block, schraubt man das ganze was hoch, kommt man oft beim Ausfedern auf Block, eher runter. Beides aber tendenziell doof und die Investition in ein Federbein mit richtiger Feder oder in richtige Gabelfedern macht Sinn.

    Da gibt es dann übrigens auch wirklich keinen Unterschied zwischen einem guten oder schlechten Federbein. Eine Feder mit einer bestimmten Federrate reagiert auf ein Gewicht immer gleich. Die Dämpfung hat darauf auch absolut keinen Einfluss, die wirkt nur bei dynamischen Situationen und verzögert das Ein- und Ausfedern gegenüber dem nicht gedämpften Zustand.

    Dämpfung einstellen ist dann die schwierigere Sache. Ich weiß, wie es funktionieren sollte, würde aber nicht behaupten, dass ich es selber sinnvoll kann. Wenn man bei Bodenwellen nachwippt, ist wenigstens eine Dämpfung zu niedrig. Wenn man immer weiter einsackt, ist die Zugstufe überdämpft. Da hilft es aber definitiv, sich mal Videos anzuschauen. Darauf vertrauen, dass ein mir unbekannter Händler das kann, würde ich nicht. Wenn der behauptet, dass das Originalfahrwerk bei der MT super ist, schon mal überhaupt nicht.

  • Lieber Jens,


    recherchiere "Dämpfung" und "Federung" im Bezug auf ein Motorradfahrwerk und überlege dann nochmal mit dem Handbuch, was du an der Ténéré verstellen kannst.


    Tipp: Für das korrekte einstellen der Vorspannung ist der Durchhang wichtig zu bestimmen. Dazu gibt bei uns schon zahlreiche Threads auch in deutsch, einfach mal reinlesen.


    Grüße

  • nix ist perfekt, auch keine Öhlins und es kommt immer drauf an, wohin man will....

    Mal als Laie geantwortet: ich glaube, daß die "Federung" der Tenere nicht grottenschlecht ist und durchaus brauchbar ist. Aber wenn man es einstellen kann, warum sollte man es nicht probieren?? Warum sollte das nur hochqualifizierte Spezialisten machen? Die Gabel hat doch vorne einen Regler, da kann man doch mal Einstellungen ausprobieren und wenn's nicht paßt, einfach wieder zurückdrehen, ich sehe da wenig Probleme. In keiner Einstellung wird einem das Gerät um die Ohren fliegen oder unfahrbar sein.

    Am hinteren Federbein gibt's über der Feder ne Schraube (eigentlich Mutter), mit der kann man die Feder mehr oder weniger zusammendrücken. Bist Du ein schwerer Sack, dann schraubt man die Feder etwas zusammen, so daß das Mehrgewicht beim aufsitzen das Teil nicht mehr einfedert als ein Leichtgewicht. Letztendlich macht man das oft wenn man Sozia oder Gepäck mitnimmt.

    Dann schlägt da Teil logischerweise später durch, denn Du hast mehr Federweg übrig.

    Was Dämpfung der Zug- und Druckstufe angeht, ja, schlau machen oder es ausprobieren. Aber Mist ist das bei der Tenere sicher nicht und mein persönliches Empfinden, bei der Tracer auch nicht (hat die MT07 und XSR was anders?) - auch wenn ich es da als etwas unkomfortabel und verbesserungswürdig empfinde, fahre aber trotzdem damit ohne Pickel zu kriegen. Aber besser, allerdings auch teurer, geht immer, klar! Und wenn Du damit Probleme hast, komme vorbei, dann kann ich erstens auch mal eine Tenere fahren und zweitens probieren wir das ganze mal aus und ich erklär Dir das mal mit Änderung der Einstellungen. Das machen wir dann parallel an meiner LC4 und XT350. Auch oder gerade im Gelände, yeah, mal 5m mit der Tenere fliegen, was gibt's schöneres...

    Freiheit für die Straßen, weg mit dem Teer!

  • Hallo, Ich las die Tage im Briten- Forum einen Beitrag ,wo es um das "Durchhängen " der Hinterradfederung ging , und habe es nicht ganz verstanden. [..]


    Ein Link, ein einziger Link wäre immer hilfreich, wenn Du was gefunden hast, ein Produkt besprichst, oder wieder mal vom Hören Sagen her behauptest.


    Ich vermute einfach mal, dass Du mit "Briten-Forum" das englischsprachige Forum https://www.tenere700.net meinst?


    Das ist eigentlich amerikanischen Ursprungs. Der Errichter dieser Internet-Plattform hat schon so ein paar andere Foren unter sich. Z.B. dieses https://fz07.org (FZ-07 entspricht der MT-07 und wurde nur für den amerikanischen Markt anfangs anders benannt).

    Die Amerikaner haben eine vollkommen andere Herangehensweise und Erwartung an ein Forum. Fragen wie: "Ich hatte eine DR 350, lässt sich die neue Tenere 700 (gerne werden auch Abkürzungen verwendet, T700 z.B.) leichter oder genauso schwer aufheben", sind dort eher an der Tagesordnung.

    Auch versucht man Hersteller ins Boot zu bekommen, die als Sponsor für ein Forum agieren, und die Forenuser einen kleinen Rabatt erhalten. Siehe aktuell ACD, CamelADV. Daher wird auch gerne geprahlt, was man für eine riesen Community man wäre.



    Wie auch immer, so lange sich Dein Fahrwerk von vor dem Lesen zu nach dem Lesen nicht verändert hat und Du nun nicht unzufriedener als vorher warst, dann würde ich nichts ändern.

    Wenn Du aber bei Deiner DR Big das Fahrwerk überarbeitet hast, um es auf seine Belastung einzustellen, dann darfst Du Dir erneut Gedanken machen, oder aber nicht, wenn Du seinerzeit nichts geändert hast.


    Im Wesentlichen besteht aktuell die Schwierigkeit, dass sich Hersteller/Anbieter von Austauschfahrwerkskomponenten in Foren und Plattformen die Hände schütteln sowie Leute ohne Tenere mitgackern. Alle haben da eine Meinung und ggf. ein Interesse, was anderes in die Tenere reinzustecken. So gesehen liegt es nun an Dir, auf den Zug aufzuspringen oder bei der nächsten Fahrt mal zu schauen, wo das Fahrwerk evtl. nicht ausreichend ist.

  • B52 : Die neue Tenere 700 hat ein einstellbares Fahrwerk:


    - Gabel einstellbar in Zug- und Druckstufe,


    - Federbein einstellbar in Zug- und Druckstufe und hydraulische Verstellung der Federvorspannung.


    Alleine das Einstellen auf die Papierwerte der Bedienungsanleitung (einige Teneres kamen recht verdreht daher) bringt ein richtig gut funktionierendes Fahrwerk für die schmale Fahrerklasse um die 90 - 100 kg. Meine Meinung.

  • weiß ich, daß es einstellbar ist, ansonsten bin ich ganz Deiner Meinung - auch als "Trockenschwimmer"! Und falls jemand nach Weihnachten oder Ostern statt 100 dann 103kg auf die Waage wuchtet, wird es immer noch sehr gut funktionieren. Alle die dann sofort ein Öhlins einbauen haben einfach zu viel Kohle (oder sie machen es nur aus Spaß an der Freude, dann sei es ihnen gegönnt) und blögen dann, um die Ausgaben zu rechtfertigen.

    Freiheit für die Straßen, weg mit dem Teer!

  • Haste Recht hab mal heute 3 klicks zurück gemacht und sie wurde merklich softer, und da kann mann dann von Durchhängen sprechen ,denn sie ging etwa 3-4 cm in die Knie.Bei meiner DR Big hab ich nichts dran gemacht ,war auch nicht nötig ,die Bügelte alles weg. Mich hat nur irritiert das sie von Duchhängen ,vor der Einstellung sprachen. gruss Jens:kaffeemuede

  • Wie gesagt, gib eine Quelle an, wodrauf Du Dich beziehst, das ist so ähnlich wie beim Teekesselchen, was es als Kinderspiel gibt. Wir können nicht wissen, was Du siehst.


    Mit "Sag" = Durchhang = Negativfederweg ist das gemeint, was johannes weiter oben beschreibt. Die Höheneinstellung der Maschine mit und ohne Fahrer. Und dies geschieht über die Federvorspannung. Das geht vor nicht, sondern nur hinten an dem hydraulischen Versteller am Federbein.


    Wenn man nach dem Verstellen das Motorrad vom Seitenständer nimmt, dann sackt es ("sag") anders ein als vorher. Und von hier aus kann ich jetzt nicht sehen, was Du wo verstellt hast.

  • Ja ,sorry und danke für euer bemühen ,ich Vergass zu sagen das ich das Handrad am Federbein 3 Kliks zurück, also links rum softer eingestellt habe,und sie weicher emfand und sie ein wenig einsackte , was sie Vorher nicht machte. Ich werde mal schauen wie sie sich verhält. Das mit N1 und N2 hat Johannes ganz gut beschrieben. Danke nochmal. Ich war heute bei meiner Tenere und hab endlich die Feder des Haupständers H&B einhängen können, jede Feder einzeln gezogen mit Spanngurt und Stahlöse und es Funste,und bin heute sehr zufrieden.Ich baute auch mein neues Seitenteil an und kontrollierte nochmal meinen Berotec -Öler der nur Ölt , wenn ich auf den Regenknopf drücke bei eingestellter 3 Stufe. Gruss Jens:daumen-hoch:daumen-hoch:daumen-hoch

  • Weicher wird es nicht, das ist dann Einbildung. Sie sackt weiter ein, weil du die Verspannung abgesenkt hast. Ist effektiv das gleiche, als ob du etwas Gewicht vom Motorrad genommen hättest.

    Die Federhärte kann man nicht einstellen und damit auch nicht, um wieviel mehr die Maschine einsinkt, wenn ein bestimmtes Gewicht drauf gepackt wird. Du kannst nur den Nullpunkt bzw. das N1 verschieben. Abstand N1 zu N2 wird immer gleich bleiben. Ebenso wird es gleich bleiben, wie schnell es dich bei gleichbleibender Dämpfungseinstellung wieder hoch drückt.

    Du hast die Maschine runter gedreht, nicht weicher gemacht.

  • Es wurde fz07.org erwähnt. Bin da täglich. Sehr gute Infos da. Und die Amis haben anscheinend keine TÜV, und können basteln was die wollen. Entsprechend interessiert.

  • Es wurde fz07.org erwähnt. Bin da täglich. Sehr gute Infos da. Und die Amis haben anscheinend keine TÜV, und können basteln was die wollen. Entsprechend interessiert.

    TÜV oder nicht hängt vom Bundesstaat ab. Teilweise gibt es eine "Technical Inspection", z.B. in Ohio.

    Ist aber alles weit weniger strikt als in Deutschland. Führt aber dazu, dass die Leute mit vollkommen unsicheren Fahrzeugen rumfahren und Modifikationen vornehmen, die einfach nur Terror machen oder gefährlich sind. Habe da so viele Autos ohne Motorhauben gesehen, 2x Autos wo die Hinterachse mit nem Spanngurt festgemacht war, krumme Räder, 15 Jahre alte Reifen, Autos die effektiv keine Bremsen mehr hatten, komplett durchgerostete Karosserien, so dass unter dem Teppich ein Loch war.

    Wenn ich die Wahl habe, ist mir das Vorgehen vom TÜV allemal lieber.

    Würde mir wünschen, dass es einfacher ist, dass man technisch gleichwertige oder besser Umbauten umsetzen kann. Aber die Prüfung durch einen Fachmann sollte immer erfolgen. Wenn man technisch etwas Ahnung hat, kann man schon einige Sachen verbessern. Aber das Problem ist, dass viele Leute eben meinen, dass sie Ahnung hätten, das aber faktisch vollkommen falsch ist. Wenn die plötzlich machen dürfen, was sie wollen, wird es auf der Straße gefährlich.

  • Die da können anscheinend auch nur so losfahren, ohne Schein für Bike.

    Das variiert von Bundesstaat zu Bundesstaat... Inkl Umfang der Ausbildung.

    Zum Spaß haben braucht man 1000+ ccm? 100+ PS? 10.000+ Euro?

    Ich bevorzuge die Leichtigkeit des (Motorradfahrerda-)Seins.

Diese Inhalte könnten dich interessieren: