Fahrschulmärchen

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  • Hi Leute,


    mich würde mal interessieren, welche Aussagen/Weisheiten/GOs und NoGOs ihr in eurer Fahrschulzeit gelernt habt und welche sich nun während eurer richtigen Fahrzeit als unsinn herausgestellt haben.

    Ich möchte mit diesem Thread gerne eine Sammlung für Fahranfänger erstellen (zu denen ich auch noch zähle) und Ihnen den Einstieg ins richtige Motorradfahren erleichtern.

    Ich fange mal an:


    Mir wurde damals beigebracht, dass ich immer mit dem kurveninneren Bein anhalten muss, damit die Karre dann schon in die richtige Richtung geneigt ist...

    Das habe ich nun auch versucht nach der Fahrschulzeit umzusetzen, was aber eigentlich nur total umständlich ist und mich nur immer abgelenkt hat.


    Seither halte ich es nun immer so, dass ich beim heranfahren an eine Ampel, Kreisverkehr etc. (Punkte, an denen man damit rechnen muss anzuhalten) mit dem rechten Fuß und der rechten Hand bremse und mit dem linken Fuß runterschalte. (Die linke Hand steht in der Zeit dann der Nase frei zur Verfügung :megalachen)

    Bei ca. 10km/h schalte ich dann in der Leerlauf, sodass ab da der linke Fuß frei ist und zum Abstützen bei Stillstand genommen werden kann.

    Falls die Ampel in der Zeit Gelb wird, kann man schnell noch vor dem abstellen den ersten Gang einlegen.

    Wenn man dann im Leerlauf steht und auf das Weiterfahren warten verlagere ich dann auf dem rechten Fuß (der muss ja nun nicht mehr bremsen) und kann dann den linken Fuß auf die Fusraste stellen und bin bereit den Gang einzulegen wenn es weiter geht.


    Somit habe ich nun mein Standartisiertes Programm beim anhalten und kann mich auf andere Dinge (Popelnde Autofahrer, bescheuerte Fahrradfahrer die bei Rot fahren etc.) konzentrieren.

    Ich finde ein Fahranfänger kann sich das Leben erheblich einfacher machen, wenn er das Märchen von der "in die Kurve geneigte Maschine beim Anfahren" vergisst.


    Und nun könnt ihr gerne eure Märchen erzählen :toeff

    Nur Motorradfahrer wissen, warum Hunde bei der Fahrt ihren Kopf aus dem Fenster stecken...:toeff:aetsch

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  • Was ich vor 36 Jahren in der Fahrschule gelernt habe weiß ich wirklich nicht mehr.

    Ich habe keine Ahnung welchen Fuß ich in welcher Situation auf dem Boden oder auf der Raste habe. An der Ampel stehe ich meistens im Leerlauf, manchmal hab ich auch den ersten Gang drin. Wohin ich mein Gewicht verlagere weiß ich auch nicht. Irgendwie geht das alles voll automatisch und ich denke über sowas gar nicht mehr nach.


    André

  • Meine Fahrschulzeit ist über 30 Jahre her, aber ich kann mich dunkel an die Worte meines Fahrlehrers erinnern, der meinte, dass man den Zahlenwert im Zentrum dieser am Straßenrand stehenden, runden, rot umrandeten Schilder, und den Wert, den der Tacho anzeigt, abgleichen sollte.


    Was für ein komplizierter Unsinn. Habe ich mir schnell abgewöhnt.

    Wenn es nicht notwendig ist, ein Gesetz zu machen, dann ist es notwendig, kein Gesetz zu machen.
    Charles Baron de Montesquieu


    Was bisher geschah:

    - Tacho nach vorne mit Kit von LSL

    - GSG Sturzpads
    - Hebelleien von ABM (und zwar die SyntoEvo)
    - KZH von Evotech-rc.it (incl. Shin-yo Rückstrahler)
    - Kellermann micro Rhombus Dark
    - Magura Streetfighter FX auf LSL Klemmböcken
    - Lenkerendspiegelhaltekappen von Desmoworld + Highsider Ferrara Spiegel

    - Renthal Griffgummis
    - E3 Akrapovic

    - Wilbers vorn und hinten

  • Mir wurde damals beigebracht, dass ich immer mit dem kurveninneren Bein anhalten muss, damit die Karre dann schon in die richtige Richtung geneigt ist...

    Hast du schon mal versucht in einer Kehre mit dem äußeren Bein anzuhalten? :megalachen

    Was hat das eigentlich mit dem Anhalten vor einer Ampel oder vor einem Kreisverkehr zu tun? Da bist du doch in keiner Kurve, sondern kommst erst beim Abbiegen in die Kurve.


    Gruß Dirk

    Möge der Grip mit Euch sein! :rocker Und immer schön unliken!:brauen

  • Was hat das eigentlich mit dem Anhalten vor einer Ampel oder vor einem Kreisverkehr zu tun?

    Man bleibt stehen, fährt wieder an und unmittelbar danach muss gelenkt werden.

    Nur Motorradfahrer wissen, warum Hunde bei der Fahrt ihren Kopf aus dem Fenster stecken...:toeff:aetsch

  • Das ist vollkommen Wumpe. Bei mir hängt es davon ab, ob ich den 1. Gang raus gemacht habe oder nicht.

    Vor einem Kreisverkehr mache ich das in der Regel nicht und stehe auf dem rechten Bein, weil ich rechts einfahren will. An einer roten Ampel mache ich den Gang raus und muss auf das rechte Bein um ihn wieder rein zu machen. Am Berg lasse ich den Gang drin und stehe auf dem linken Bein um mit der Fußbremse anzufahren. In einer steilen Kurve kann ich nicht mit dem äußeren Bein anhalten.


    Gruß Dirk

    Möge der Grip mit Euch sein! :rocker Und immer schön unliken!:brauen

  • A offen habe ich ja erst vor Kurzem gemacht, nach fast 20 Jahren mit kleineren Mopeds. Der Fahrlehrer hat erzählt, beim Anhalten an einer Ampel soll ich beim Runterschalten in jedem Gang einkuppeln. Da werde ich ja irre :D

    Wenn ich manchmal auf den Kurvenscheitelpunkt zu leicht Kontakt mit der Hinterbremse gehalten habe, hat er auch immer Panik bekommen und reingefunkt.

    Irgendwas mit Bein raus je nachdem wohin man abbiegen will hat er mir auch erzählt. Hab ich nur gemacht so lange ich auf der Fahrschulkarre war, fand ich auch ablenkend und dann müsste ich ja immer mit gezogener Kupplung rumstehen wenns mal nach links geht.

  • Mir wurde auch in der Fahrschule vor zwei Jahren gesagt, dass man mit dem kurveninneren Bein anhalten sollte. Habe danach auch nie gemacht. Meistens linkes Bein runter. Wenn Gang raus, dann beide Beine.

  • Das ist vollkommen Wumpe. Bei mir hängt es davon ab, ob ich den 1. Gang raus gemacht habe oder nicht.

    Vor einem Kreisverkehr mache ich das in der Regel nicht und stehe auf dem rechten Bein, weil ich rechts einfahren will. An einer roten Ampel mache ich den Gang raus und muss auf das rechte Bein um ihn wieder rein zu machen. Am Berg lasse ich den Gang drin und stehe auf dem linken Bein um mit der Fußbremse anzufahren. In einer steilen Kurve kann ich nicht mit dem äußeren Bein anhalten.


    Gruß Dirk

    volle Zustimmung

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  • Zu meiner Fahrschulzeit wurde noch die Stotterbremse praktiziert, da mußte man eine Voll-Stotterbremse bei der Prüfung machen.
    Solche Dinge, wo welches Bein stehen sollte, wurde damals nicht behandelt.

    Ich stehe an der Ampel oftmals mit beiden Beinen auf den Boden, einfach um auch aufzustehen. Ansonsten ganz nach eigenen Gusto mal links oder rechts.

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  • Ok.

    Das mit den Beinen sollte auch nur ein Beispiel sein. :denk

    Nur Motorradfahrer wissen, warum Hunde bei der Fahrt ihren Kopf aus dem Fenster stecken...:toeff:aetsch


  • Mir wurde damals beigebracht, dass ich immer mit dem kurveninneren Bein anhalten muss, damit die Karre dann schon in die richtige Richtung geneigt ist...

    Das habe ich nun auch versucht nach der Fahrschulzeit umzusetzen, was aber eigentlich nur total umständlich ist und mich nur immer abgelenkt hat.


    Den Quatsch hat man mir auch erzählt. Und weil ich mich daran gehalten habe, ist mir die Maschine 2 mal umgefallen. Danach habe ich begriffen, dass es in der Praxis - wie beim Skifahren - viel wichtiger ist, die Maschine gegen den Hang zu lehnen. Denn wenn die Straße abschüssig in Abbiegerichtung ist, kann es auch für durchschnittlich große Männer schnell mal schwierig werden, das Motorrad noch aufrecht zu halten. Und je kürzerer die Beine, desto größer das Problem.

  • Da ich einen guten Fahrlehrer hatte, der selbst viel Motorrad fährt, wurden mir keine Märchen erzählt. Nur beim A2 hat er sich bei jeder Auffahrt beschwert, dass ich doch gefälligst in der Mitte der Straße fahren soll, weil wir nicht auf der Rennstrecke sind :D Naja, ich fahre weiterhin in jeder Kurve Ideallinie, das ist mittlerweile einfach drin.


    Beim Anhalten nehme ich grundsätzlich den rechten Fuß runter, damit ich mit links schalten kann.


    Das größte Märchen ist aber ohnehin in den Grundübungen versteckt. In der Stadt sollte man das typische "Bremsen-Kuppeln-Ausweichen" so NIEMALS praktizieren, wird dir jeder Fahrsicherheitsinstruktor sagen. Lieber voll auf der Bremse bleiben und mit 10 km/h wo reinknallen statt mit 40 irgendwas zu streifen und evtl. einen Frontalaufprall im Gegenverkehr zu riskieren.



    Mein Tipp an alle Fahranfänger ist sowieso: Nach 6 Monaten ab zum Fahrsicherheitstraining und das jedes Jahr wiederholen!

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  • Das größte Märchen ist aber ohnehin in den Grundübungen versteckt. In der Stadt sollte man das typische "Bremsen-Kuppeln-Ausweichen" so NIEMALS praktizieren, wird dir jeder Fahrsicherheitsinstruktor sagen. Lieber voll auf der Bremse bleiben und mit 10 km/h wo reinknallen statt mit 40 irgendwas zu streifen und evtl. einen Frontalaufprall im Gegenverkehr zu riskieren.

    Die einzige heikle Situation habe ich aber mit der "Übung" im Hinterkopf ohne Aufprall überstanden. Situation: Landstraße, Trecker fährt raus, obwohl er vorher einige Sekunden in meine Richtung geschaut hab. Bleibt dann vor Schreck auf rechter Spur, also meiner, stehen. Hatte ca 75 km/h. Vollbremse, trotz Quietschens hätte ich es wohl kaum noch geschafft, hab mich schon vor dem Blech gesehen. Überlebenswille sagte alles loslassen und suuuuperschräg links vorbei, wie in Fahrschule geübt. Gegenverkehr kam nicht, war sehr übersichtlich. Dass ich nicht umgefallen bin, wundert mich noch heute. In dem Moment dachte ich zumindest: Aha, das ergibt schon Sinn, was man so lernt.

    Edit: Ok, jetzt erst wahrgenommen. Du schreibst "in der Stadt". Aber auch da würde ich das aufgrund der Erfahrung nicht gänzlich ausschließen.

  • In der Fahrschule wird das geübt, was geprüft wird und nicht das was Sinn macht.

    Bei ca. 70 dreht sich rein physikalisch die Erfolgsqoute der Notmanöver um.


    Der Bremsweg wird zu lang, der Ausweichweg ist dann im Verhältnis kürzer.


    Kombination von beiden Manövern verschenkt dann Ausweichweg.


    Das kann dann nur gelingen, wenn noch etwas Luft ist. Sprich die Situation früher erkannt werden kann. Das ist meistens nur auf gut übersichtlichen Strecken oder Autobahnen der Fall.

    B-L-A bei 50 und in der Stadt geht zu oft schief.

    Zu wenig Zeit und Raum für eine Änderung.


  • Den Quatsch hat man mir auch erzählt. Und weil ich mich daran gehalten habe, ist mir die Maschine 2 mal umgefallen. Danach habe ich begriffen, dass es in der Praxis - wie beim Skifahren - viel wichtiger ist, die Maschine gegen den Hang zu lehnen. Denn wenn die Straße abschüssig in Abbiegerichtung ist, kann es auch für durchschnittlich große Männer schnell mal schwierig werden, das Motorrad noch aufrecht zu halten. Und je kürzerer die Beine, desto größer das Problem.

    aber desto kürzer die Beine, desto tiefer sollte auch die Maschine sein :ablachen:megalachen

  • Die einzige heikle Situation habe ich aber mit der "Übung" im Hinterkopf ohne Aufprall überstanden. Situation: Landstraße, Trecker fährt raus, obwohl er vorher einige Sekunden in meine Richtung geschaut hab. Bleibt dann vor Schreck auf rechter Spur, also meiner, stehen. Hatte ca 75 km/h. Vollbremse, trotz Quietschens hätte ich es wohl kaum noch geschafft, hab mich schon vor dem Blech gesehen. Überlebenswille sagte alles loslassen und suuuuperschräg links vorbei, wie in Fahrschule geübt. Gegenverkehr kam nicht, war sehr übersichtlich. Dass ich nicht umgefallen bin, wundert mich noch heute. In dem Moment dachte ich zumindest: Aha, das ergibt schon Sinn, was man so lernt.

    Edit: Ok, jetzt erst wahrgenommen. Du schreibst "in der Stadt". Aber auch da würde ich das aufgrund der Erfahrung nicht gänzlich ausschließen.

    Auf einer gut übersichtlichen(!) Landstraße würde ich natürlich auch die Bremse lösen und ausweichen, wenn ich merke, dass es nicht mehr reicht. Und auch auf der Autobahn macht das Ausweichen bei derartig hohen Geschwindigkeiten bestimmt Sinn (kann ich nicht sagen, denn ein Motorrad gehört meiner Meinung nach nicht auf die BAB).


    Es geht aber darum, dass vor allen Dingen Fahranfänger ihre Bremse in der Stadt total unterschätzen und ausweichen, weil sie denken, es reicht nicht mehr, wodurch dann Unfälle passieren. Ich bin mir sicher, dass viele Leute die Bremsung durchziehen würden, wenn es diese komische Übung in der Motorradprüfung nicht gäbe.


    Nicht zu vergessen ist beim Ausweichen target fixation bzw. Blickführung! Wenn man das nicht sehr gut und oft geübt hat, dann wird man i.d.R. NIE in die Lücke schauen, sondern auf das Hindernis. Das ist einfach menschlich und wird dazu führen, dass man eben doch aufprallt.


    Eventuell etwas OT, da es keine Märchen sind: Aber ich habe Themen wie Blickführung, Linienwahl und die verschiedenen Kurventechniken sehr vermisst. Das musste ich mir alles durchs Internet selbst beibringen.

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  • Bei solchen Sachen hilft auch die Routine. Je mehr " Zwischenfälle" man erlebt hat, desto besser wird die Entscheidung des Handelns sein, ob Vollbremsung oder Ausweichversuchs.

    Im Bruchteil einer Sekunde muss man entscheiden, da kann man nicht lange überlegen. Manchmal kann man die Gefahr schon im Vorfeld sehen und mit dem Fehlverhalten des anderen Verkehrsteilnehmer rechnen. Lieber einmal mehr Gas wegnehmen, als in einem Unfall verwickelt zu sein.

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  • Eventuell etwas OT, da es keine Märchen sind: Aber ich habe Themen wie Blickführung, Linienwahl und die verschiedenen Kurventechniken sehr vermisst. Das musste ich mir alles durchs Internet selbst beibringen.


    Das ist leider wahr. Ich fand auch, dass in der Fahrschule falsche Schwerpunkte gesetzt werden. Blickführung und Kurventechnik sind überlebenswichtig. Ein Schrittgeschwindigkeitsslalom nicht. Aber das erste wird nicht geprüft und oft schlecht gelehrt. Und wenn ich das zweite nicht kann, falle ich durch die Prüfung. :0plan